Die Usbekistan Verhaltensregeln lassen sich auf eine Faustregel bringen: Du bist Gast, und Gäste genießen im Land hohes Ansehen, solange sie Respekt zeigen. Gastfreundschaft zählt in usbekischen Familien mehr als Reichtum, schreibt der Reiseveranstalter Advantour, und das spürst du schon nach wenigen Stunden. Dafür erwartet man von dir ein paar Grundhöflichkeiten bei Begrüßung, Kleidung, Essen und Fotos. Dieser Ratgeber sammelt, was Reisehandbücher, Veranstalter und das britische Außenministerium dazu schreiben. Ändert sich eine Regel, gilt die Auskunft vor Ort, also frag im Zweifel freundlich nach.

Usbekistan Knigge bei der Begrüßung
Unter Männern gehört der Handschlag dazu, meist begleitet von einer Frage nach dem Wohlergehen. Frauen begrüßt man laut Advantour üblicherweise mit einem leichten Kopfnicken und der rechten Hand über dem Herzen. Als Ausländer bist du auf der sicheren Seite, wenn du bei Frauen abwartest, ob sie dir selbst die Hand reichen. Nimm dir Zeit für die ersten Sätze, denn ein hastiges Hallo mit sofortigem Sprung zur Sache wirkt ruppig.
Ein paar Wörter Usbekisch öffnen Türen. Assalomu alaykum ist die übliche Grußformel, rahmat heißt danke. Gäste werden am Hoftor empfangen und ins Haus gebeten, wo sie die besten Plätze am Tisch zugewiesen bekommen. Lehne das nicht ab, auch wenn dir die Aufmerksamkeit unangenehm ist. Einen Gast wegzuschicken gilt als Schande für die Familie, und eine Einladung auszuschlagen kommt entsprechend schlecht an. Plane bei Besuchen deshalb einen Puffer von ein bis zwei Stunden ein.
Kleidung für Stadt und Moschee
Ein Gesetz, das Frauen bestimmte Kleidung vorschreibt, gibt es nach Angaben von Euroasia Travels nicht. Der Veranstalter rät trotzdem zu leichten Hemden, T-Shirts, Jeans und Kleidern mit Ärmeln, die über die Knie reichen. In Taschkent trägt man viel westliche Kleidung, in Buchara, Chiwa oder auf dem Land dürften kurze Röcke und knappe Tops eher auffallen. Im Hochsommer, wenn es sehr heiß wird, sind luftige lange Hosen und dünne Hemden angenehmer als Shorts, und sie schützen zugleich vor der Sonne.
Pack für Besichtigungen immer ein Tuch oder einen leichten Schal ein. Er dient als Kopfbedeckung für Moscheen, als Schulterbedeckung und als Staubschutz auf Märkten. Schuhe wählst du so, dass du sie schnell aus und anziehen kannst, denn in Gebetsräumen, Mausoleen und Privathäusern bleiben sie draußen. Socken in der Tasche ersparen dir kalte Füße auf Marmor und heiße Sohlen auf sonnigen Innenhöfen. Komplizierte Schnürungen an Wanderschuhen nerven an solchen Stellen schnell.
Usbekistan Sitten in Moscheen und Mausoleen
Beim Betreten einer Moschee bedeckst du den Kopf mit einem Tuch, so empfiehlt es Euroasia Travels. Eine andere Reiseseite nennt das Kopftuch für Frauen an heiligen Stätten wie dem Hazrati-Imam-Komplex in Taschkent oder der Kalon-Moschee in Buchara, eine dritte schreibt dagegen, Haare müssten nicht bedeckt werden. Die Quellen widersprechen sich also, und die Praxis hängt vom Ort ab. Mit einem Tuch in der Tasche reagierst du an jeder Tür richtig.
Schultern und Knie bleiben bedeckt, die Schuhe lässt du vor Gebetsräumen und Mausoleen stehen. Sprich leise, lauf nicht zwischen betenden Menschen hindurch und halte Abstand, wenn gerade ein Gottesdienst stattfindet. Manche Anlagen sind heute halb Museum, dann gehören Eintritt und Fotogebühr dazu, doch Respekt bleibt trotzdem Pflicht. Wenn Einheimische an Grabstätten beten, bleibst du mit Kamera und Gesprächen auf Abstand.
Fotografieren von Menschen und Gebäuden
Das britische Außenministerium warnt, dass Fotografie Behörden verärgern kann, vor allem bei Regierungsgebäuden wie dem Palast des Forums in Taschkent und auf manchen Basaren abseits der Touristenwege. Die Beschränkungen seien zuletzt gelockert worden, trotzdem rät man, vorher zu fragen. Das gilt in der Nähe von Flughäfen, Grenzkontrollen, Militärkasernen, Brücken, Polizeistationen und U-Bahn-Stationen. Wikivoyage nennt zusätzlich Metro und Bahnhöfe als Orte mit Fotoverbot.
Menschen fragst du vorher um Erlaubnis, vor allem Frauen und Kinder. Ein Lächeln und ein Fingerzeig auf die Kamera genügen meist, und wenn jemand abwinkt, steckst du das Gerät weg. An vielen Sehenswürdigkeiten fällt eine Fotogebühr an, Kleingeld in der Jackentasche spart Diskussionen. Beim Posten in sozialen Netzwerken ist Vorsicht angebracht: Als Grund für Geldstrafen bis hin zur Festnahme nennt das britische Außenministerium respektlose Beiträge über öffentliche Gebäude, die Flagge, Nationalspeisen oder Bräuche.
Usbekistan Umgangsformen bei Tisch und Tee
Jede Mahlzeit beginnt und endet mit einer Tasse Tee, berichtet Advantour. Zuerst kommen Süßigkeiten, Früchte, Nüsse und Gemüse auf den Tisch, danach kleine Snacks, am Schluss Plov oder ein anderes frisch zubereitetes Gericht. Der Gastgeber schenkt ein, und der am meisten geehrte Gast erhält am wenigsten Tee in die Schale. Das hat einen Grund: Mit wenig Tee bittest du öfter um Nachschub, und das zeigt dem Gastgeber Respekt. Eine halb volle Schale ist also kein Geiz.
Brot gilt als heilig. Du drehst es nicht um, legst es nicht auf den Boden und wirfst es nicht weg, gebrochen wird es mit der Hand und nicht mit dem Messer, so beschreibt es die Seite mustseespots.com. Mit der rechten Hand isst und reichst du, die linke gilt traditionell als unrein. Tee abzulehnen wirkt unhöflich, nimm also wenigstens einen Schluck.
Einladung nach Hause mit Gastgeschenk
Kommst du zu einer Familie, ziehst du am Eingang die Schuhe aus. Ein kleines Mitbringsel gehört dazu, Reiseseiten nennen Süßigkeiten, Obst oder ein Souvenir aus der Heimat. Teuer muss es nicht sein, der Gedanke zählt. Überreiche es mit Respekt und rechne nicht damit, dass es sofort ausgepackt wird.
Am Tisch bekommst du den besten Platz, auch wenn du ihn nicht willst. Früher saßen Männer und Frauen an getrennten Tischen, heute geschieht das nach Advantour nur noch sehr selten. Probiere von allem etwas, lobe das Essen und sag mit einem freundlichen Dank, wenn du satt bist. Ein Gast, der nach dem Tee sofort aufbricht, wirkt hastig, plane für den Besuch also ausreichend Zeit ein.
Usbekistan Verhalten auf dem Basar
Auf Basaren gehört Feilschen dazu, vor allem bei Souvenirs, Teppichen und Textilien, etwa auf dem Chorsu-Markt in Taschkent. Mustseespots beschreibt es als freundliche Verhandlung, bei der man sich in der Mitte trifft. Ein Reiseanbieter meint, bis zu 20 Prozent Nachlass seien drin, der Verkäufer gehe aber selten unter das eigene Angebot. In Kaufhäusern sind die Preise fest, dort versuchst du es besser gar nicht.
Wikivoyage weist darauf hin, dass Ausländern häufig überhöhte Preise genannt werden. Frag deshalb an zwei, drei Ständen nach dem Preis, bevor du kaufst. Ist ein Preis vereinbart, gilt ein Rückzieher als unhöflich. Bleib freundlich, lächle und gib dir Zeit. Auf Basaren sind außerdem Taschendiebe unterwegs, wie das britische Außenministerium schreibt, also trag Wertsachen am Körper und verteile Bargeld auf mehrere Taschen.
Alkohol, Drogen und Gesetze
Euroasia Travels nennt Alkohol erlaubt und legal, Wodka kam in der Sowjetzeit ins Land und gehört für viele Einwohner dazu, vor allem für Russen. Sehr streng gläubige Muslime trinken nicht. Der Verkauf von Alkohol und Tabak an Personen bis 20 Jahre ist verboten. Bring zu einer Einladung keinen Alkohol mit, ohne vorher zu wissen, ob die Gastgeber trinken.
Bei Drogen gibt es keinen Spielraum. Besitz ist illegal, und bei einer Verurteilung drohen lange Haftstrafen, so das britische Außenministerium. Die Haftbedingungen sollen sich verbessert haben, doch Hepatitis und Tuberkulose seien verbreitet, und es gibt Vorwürfe von Misshandlung. Auch beim Geld gilt das Gesetz: Getauscht wird nur an offiziellen Stellen, Schwarzmarkt ist illegal und wird hart bestraft. Beschädigte oder markierte Scheine nimmt man nicht an.
Usbekistan Reisen mit Pass und Registrierung
Den Reisepass trägst du immer bei dir, das schreiben das britische Außenministerium und Euroasia Travels übereinstimmend. Die Polizei prüft Ausweise häufig, und bei Verstößen drohen Geldstrafe oder Festnahme. Im Hotel verlangt man den Pass beim Einchecken und behält ihn kurz für die Registrierung. Gib ihn dort ruhig ab, hol ihn aber am selben Tag wieder ab.
Euroasia Travels nennt eine Registrierung innerhalb von drei Tagen nach der Ankunft, die Formulierung ist jedoch missverständlich. Regeln zu Registrierung und Visum ändern sich, prüfe deshalb vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts und frag deine Unterkunft. Die Zollerklärung muss bei Ein und Ausreise abgestempelt sein, laut dem Anbieter in zweifacher Ausfertigung, und der Pass sollte mindestens drei Monate nach der Ankunft gültig sein.
Taxi, Bahn und Trinkgeld
Nimm möglichst lizenzierte Taxis, auch am Flughafen, oder bestelle über Apps wie Yandex, das empfiehlt das britische Außenministerium. Nicht lizenzierte Fahrzeuge sind trotz Verbot verbreitet, und viele Taxis haben keine Rücksitzgurte. Frag nach einem Wagen mit Gurten und vereinbare den Preis vor der Fahrt, sofern keine App den Betrag anzeigt.
Im Zug schließt du das Abteil von innen ab und lässt Gepäck nie unbeaufsichtigt, vor allem nachts. Für die Fahrkarte brauchst du den Pass, bei Bedarf mit Visum. Trinkgeld ist laut Euroasia Travels nicht verpflichtend, wird aber in Restaurants und von Gepäckträgern erwartet. Guides und Fahrer freuen sich am Ende der Tour über ein Kuvert, schreibt ein Anbieter, nennt aber keinen Betrag. Orientiere dich deshalb an der Qualität des Service.
Usbekistan Verhaltensregeln für Ramadan, Politik und Zärtlichkeit
Im Ramadan passen Cafés und Restaurants ihre Speisekarten an und sind zum Fastenbrechen gut besucht, schreibt das britische Außenministerium, rund um Moscheen ist zu Gebetszeiten viel los. Achte darauf, religiöse Gefühle nicht zu verletzen, und iss oder trink in dieser Zeit nicht demonstrativ vor Fastenden. Der Termin wechselt jedes Jahr, schau also vor der Buchung nach.
Politik ist ein heikles Thema. Wikivoyage rät, öffentliche Äußerungen gegenüber Einheimischen zur politischen Lage zu vermeiden, um sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen, und laut Londoner Außenministerium drohen für Regierungskritik im Netz Geldstrafe oder Festnahme. Halte dich mit politischen Urteilen zurück. Demonstrationen meidest du. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Usbekistan illegal und gesellschaftlich verpönt, öffentliche Zuneigung solltest du als LGBT+ Reisender daher unterlassen.