Troodos Reise zwischen Omodos, Kykkos und dem Olympos

Bei meiner Troodos Reise habe ich in wenigen Tagen Weindörfer, Holzdachkirchen und Kiefernwälder auf fast 2000 Metern verbunden und dabei gemerkt, wie still Zypern wird, sobald man die Küste hinter sich lässt.

Das Troodos-Gebirge liegt im südwestlichen Inselinneren Zyperns, ist im Gegensatz zum Rest der Insel weitgehend bewaldet und nur dünn besiedelt. Der höchste Gipfel heißt Olympos, die Einheimischen sagen Chionistra, und je nach Quelle misst er 1951 oder 1952 Meter. Die Berge entstanden vor etwa 90 Millionen Jahren am Grund eines riesigen Ozeans. Geologen zählen das Massiv zu den am gründlichsten erforschten seiner Art, seit 2015 trägt es das Siegel eines UNESCO Global Geopark.

Meine Troodos Reise dauerte fünf Tage, mit einem Mietwagen als Basis, denn auf Zypern fährt keine Eisenbahn und im Gebirge fahren Busse selten. Ein Troodos Urlaub funktioniert am besten mit Standquartier in einem der Bergdörfer, von dem aus man Tagesrunden fährt. Die Abende sind dort ruhig, Nachtleben findet man eher in Ayia Napa an der Küste.

Auf den nächsten Seiten erzähle ich, wie ich zu den Dörfern am Südrand gekommen bin, welche der zehn bemalten Kirchen ich besucht habe, welche Wege am Olympos mir geblieben sind und worauf ich bei Wetter, Kirchenbesuchen und Naturschutz geachtet habe.

Troodos Reisebericht
Kiefernwald und Berghänge im Troodos-Gebirge. Foto: dimitrisvetsikas1969, via Pixabay

Troodos Reise ab Limassol bis Omodos

Ohne eigenes Auto kommst du im Gebirge nur mühsam voran, deshalb lohnt es sich, die Anfahrt vorab durchzuspielen.

Ich bin in Limassol gestartet. Dort führt die Schnellstraße B8 ab Troodos Junction nach Norden, hinter Trimiklini steigt sie spürbar an, und über Pano Platres erreicht man schließlich den Ort Troodos auf 1725 Metern. Aus Paphos nimmst du die Autobahn A6 bis zur Ausfahrt 44 und danach die E612 über Dora und Omodos Richtung Prodromos. Von Nicosia führen die A9 und die B9 durch das Tal von Kakopetria. Die Straße vom Kloster Kykkos nach Prodromos beschreiben Reisehandbücher als sehr zeitraubend, ich habe dafür einen halben Tag reserviert und es nicht bereut.

Omodos liegt auf 810 Metern am südlichen Rand der Berge. Das Dorf lebt vom Wein und vom Obst, in den Gassen stehen alte Häuser mit Möbeln aus früheren Zeiten, und Klöpplerinnen verkaufen ihre Spitze. Die Klosterkirche Timiou Stavrou stammt aus dem 19. Jahrhundert und bildet den Mittelpunkt des Ortes. Probiert habe ich Zivania, den Tresterschnaps, dazu Honigbällchen und trockenes Gebäck. Der Schnaps ist stärker, als er aussieht, und wer anschließend noch fährt, sollte ihn lieber nur riechen.

Ein Fehler, den ich dir ersparen möchte: im Winter nicht ohne Vorbereitung hochfahren. Für die obersten Abschnitte und die Zufahrt zum Skigebiet gilt Schneekettenpflicht, und nach Winterregen liegen spitze Steine auf der Fahrbahn, die Reifen und Radfahrern zusetzen. Ich habe vor jeder Bergfahrt den Reifendruck geprüft, das dauert zwei Minuten.

Bemalte Kirchen zwischen Kakopetria und Pedoulas

Neun der zehn Kirchen kamen 1985 auf die Welterbeliste, die zehnte folgte 2001, und für keine zahlst du Eintritt.

Von außen wirken die Gotteshäuser unscheinbar: steile Holzdächer, die wie ein zweites Dach über älteren byzantinischen Gewölben liegen. Erst drinnen zeigt sich der Aufwand der Maler. Agios Nikolaos tis Stegis bei Kakopetria stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist die älteste erhaltene Klosterkirche Zyperns. Panagia Phorbiotissa in Asinou, bei Nikitari, trägt im Vorraum das Fresko des Christus Pantokrator und geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Aus derselben Zeit stammt Panagia tou Arakou in Lagoudera.

Weiter oben sah ich die Kapelle Panagia in Moutoullas aus dem 13. Jahrhundert, ein frühes Beispiel für die steilen Holzdächer, und das Kloster Agios Ioannis Lampadistis in Kalopanagiotis. In Pedoulas wartet Archangelos Michael vom Ende des 15. Jahrhunderts. Timios Stavros in Pelendri aus dem 14. Jahrhundert liegt als einzige der zehn im Bezirk Limassol, die übrigen neun gehören zu Nicosia. In Platanistasa zeigen die Malereien die kretische Schule des 16. Jahrhunderts, die Venezianer herrschten damals seit 1489 auf der Insel.

Mehr als drei Kirchen an einem Tag waren mir zu viel, die Kurven zwischen den Dörfern ziehen sich. Öffnungszeiten ändern sich und hängen vom Schlüsselverwalter des Ortes ab, deshalb habe ich sie jeweils am Vortag nachgefragt. Viele Inschriften tragen Datierungen, was im östlichen Mittelmeerraum des Mittelalters ungewöhnlich ist, und es macht Spaß, danach zu suchen.

Wandern rund um den Olympos

Der Gipfel bleibt gesperrt, doch die Naturlehrpfade um ihn herum füllen zwei volle Wandertage.

Auf der Spitze steht eine militärische Radarstation, betreten darf man sie nicht. Der nächste Punkt, den du erreichst, liegt bei etwa 1900 Metern am Skigebiet der Nordflanke. Den Artemis-Pfad bin ich zuerst gelaufen: ein Rundweg von etwa 7 Kilometern, zwei bis drei Stunden, Start auf 1850 Metern, rund 163 Höhenmeter. Im Wald stehen zwei Schwarzkiefern, die etwa 500 Jahre alt sein sollen, und am Weg liegen Reste venezianischer Festungsmauern aus dem Jahr 1571.

Beim Atalante-Pfad weichen die Angaben voneinander ab. Eine Quelle nennt etwa 9 Kilometer und dreieinhalb Stunden vom Postamt in Troodos bis Chrommine, eine andere einen Rundweg von 14 Kilometern, vier bis fünf Stunden und etwa 415 Höhenmetern ab Troodos Square. Prüf also vor Ort die Beschilderung. Zu den Kaledonia-Wasserfällen sind es ab Kryos Potamos nur rund 2 Kilometer, etwa anderthalb Stunden. Der Persephone-Pfad bei Makria Kontarka misst etwa 3 Kilometer.

Ich hatte Wasser, feste Schuhe, Sonnenschutz und eine Jacke dabei, denn auf dem Gipfel ist es mindestens 10 Grad kühler als im Tal. Früh loszugehen hat sich gelohnt. Im Winter betreibt der Ort das einzige Skigebiet der Insel mit vier Pisten, meist von Januar bis März, die längste Piste misst 500 Meter.

Klima und Reisezeit im Gebirge

Im Sommer ist es oben angenehm mild, im Winter liegt Schnee, und beide Jahreszeiten haben ihre Berechtigung.

Pro Jahr fallen im Troodos 700 bis 1000 Millimeter Niederschlag. Ab 1700 Metern bleibt der Schnee im Winter liegen, von Dezember bis Februar fällt die Temperatur auf den Höhen unter den Gefrierpunkt. Die Werte unten stammen aus einer Übersicht zum Olympos-Gipfel, im Tal liegen sie höher.

  • Frühling von März bis Mai: 10 bis 20 Grad, Restschnee möglich, viele Wildblumen.
  • Sommer von Juni bis August: 18 bis 25 Grad, meist sonnig und trocken.
  • Herbst von September bis November: 16 bis 21 Grad, Laubfärbung, später mehr Regen.
  • Winter von Dezember bis Februar: tagsüber 5 bis 10 Grad, nachts Frost, Schneehöhe zwischen 50 und 100 Zentimetern.

Ich würde die Berge im Mai, Juni, September oder Oktober ansteuern. Dann verbindest du Wanderungen mit Kirchenbesuchen, ohne dass dich Schnee oder Hitze stören. Im Winter wandern ohne passende Ausrüstung rät die Übersicht ab, Erfahrene gehen mit Schneeschuhen oder Steigeisen. Abends wird es in den Dörfern auch im Herbst spürbar kühl, ein Pullover gehört in den Rucksack.

Sitten in Kirchen und Klöstern

Alle zehn bemalten Kirchen dienen weiterhin als Gotteshäuser, und das merkst du an der Stimmung beim Eintreten.

Die Gebäude gehören der Kirche Zyperns, jede Maßnahme daran braucht die schriftliche Genehmigung der Antikenbehörde. Gottesdienste finden dort regelmäßig statt. Reisehandbücher raten für orthodoxe Kirchen meist zu bedeckten Schultern und Knien, deshalb hatte ich ein Tuch und eine lange Hose im Gepäck. Mit dem Fotografieren habe ich gewartet, bis ich jemanden gefragt hatte, und bei laufender Messe blieb die Kamera in der Tasche.

Das reichste Kloster der Region ist Kykkos, auf etwa 1318 Metern. Der Legende nach wurde es im 11. Jahrhundert gegründet, mehrere Brände zerstörten es, die heutige Anlage entstand im 19. und 20. Jahrhundert. Nahe dabei liegt das Grab von Erzbischof Makarios III., der von 1960 bis 1974 Staatsoberhaupt war. Ein großer Teil der Ländereien im Troodos gehörte früher zu Kykkos. Kleinere Klöster wie Chrysorrouiatissa und Trooditissa liegen weniger im Blick der Reisebusse.

Umweltfreundlich unterwegs im Nationalpark

Der Troodos ist seit 1992 Nationalpark und Teil von Natura 2000, deshalb gelten hier die Regeln eines Schutzgebiets.

Zwischen den Kiefern, Platanen, Zedern und Steineichen wächst die endemische Erlenblättrige Eiche, über den Hängen kreisen Adler, und in den Wäldern leben die letzten frei lebenden Zypern-Mufflons. Die Naturschutzgebiete Chionistra und Dasos Troodous liegen mitten im Wandergebiet. Ich bin auf den markierten Wegen geblieben, habe meinen Müll bis ins Dorf getragen und nichts angezündet, denn offenes Feuer im Wald ist hier ohnehin ein Risiko.

Auch die Spuren des Bergbaus gehören zur Landschaft. Bis in die 1980er Jahre baute man hier Asbest und Chrom ab, Abraumhalden erinnern daran, etwa bei Pani Amiantos. Für Fahrten zwischen den Wanderzielen habe ich Strecken gebündelt, statt täglich quer durch die Berge zu pendeln. Gegessen habe ich in den urigen Tavernen der Dörfer, nicht in den Selbstbedienungsrestaurants für Reisegruppen, das stützt die Orte und schmeckt besser. Wasserflaschen habe ich an Brunnen und im Quartier nachgefüllt, statt jeden Tag neue Plastikflaschen zu kaufen, und den Rest Obst aus Omodos als Wegzehrung eingepackt.