Die Indonesien Verhaltensregeln lassen sich auf eine Faustregel verdichten: Du bist Gast in einem Land, in dem Islam, Hinduismus, Christentum und viele lokale Bräuche nebeneinander gelebt werden. Respekt vor diesen Gewohnheiten öffnet dir mehr Türen als jedes Wörterbuch. Auf Bali gelten andere Regeln als in Aceh oder auf Java, deshalb hilft ein Blick auf die Menschen um dich herum. Bist du unsicher, halte dich zurück, lächle und mach es den Einheimischen nach.

Indonesien Knigge bei der Begrüßung
Ein freundliches Lächeln und ein leichtes Nicken sind der sicherste Einstieg. Viele Indonesier reichen sich zur Begrüßung sanft die Hand, ohne fest zu drücken, und führen sie danach kurz zur Brust. Mit Frauen wartest du am besten ab, ob sie dir die Hand entgegenstrecken. Ältere Menschen sprichst du zuerst an, das gilt als Zeichen des Anstands.
Ein paar Worte Indonesisch kommen gut an. „Selamat pagi“ heißt guten Morgen, „terima kasih“ bedeutet danke. Laute oder überhebliche Auftritte kommen schlecht an, denn ältere Indonesier erinnern sich noch gut an die Kolonialzeit. Gib dich bescheiden, auch wenn du für Einheimische ohnehin als wohlhabend giltst, weil du reisen kannst. Eine teure Uhr oder auffälliger Schmuck lenken nur Aufmerksamkeit auf dich und bringen selten etwas Gutes.
Indonesien Umgangsformen bei Gesten und Gaben
Die linke Hand gilt als unrein, weil sie traditionell für die Toilette gedacht ist. Du gibst und nimmst Dinge deshalb mit der rechten Hand oder, noch höflicher, mit beiden Händen. Das betrifft Geld, Essen, Visitenkarten und Geschenke gleichermaßen. Reichst du jemandem etwas mit links, wirkt das ungefähr so, als würdest du ihm einen Teller ohne Besteck hinstellen.
Auch andere Gesten haben ihre Tücken. Mit dem Zeigefinger auf Menschen zu deuten, empfinden viele als unhöflich; nimm stattdessen den Daumen oder die ganze Hand. Zum Heranwinken hältst du die Handfläche nach unten. Die Hände in die Hüften zu stemmen kann als Zeichen von Ärger gelesen werden. Und lass den Kopf in Ruhe: Kindern streichst du nicht über das Haar, Balinesen schon gar nicht, denn der Kopf gilt als heilig.
Indonesien Reisen und die passende Kleidung
Am Strand und am Pool sind Badesachen üblich, sobald du das Gelände verlässt, ziehst du aber ein T-Shirt oder Tanktop über. Oben ohne ist auf Bali nicht erlaubt; am hoteleigenen Strand wird es mancherorts geduldet, am Hotelpool meist nicht. Im Dorf, auf dem Markt und in Behörden sind bedeckte Schultern und Knie ein Zeichen von Respekt, vor allem für Frauen.
Je weiter du dich von den Touristenzentren entfernst, desto zurückhaltender sollte deine Kleidung werden. Auf Java, Sumatra oder Lombok sind Muslime in der Mehrheit, und dort fallen knappe Shorts und Rückenfreies deutlich auf. Leichte lange Hosen und ein weites Leinenhemd sind bei der Hitze ohnehin angenehmer als enge Kleidung. Ein Tuch in der Tasche rettet dich, wenn du spontan eine Moschee oder einen Tempel sehen willst.
Indonesien Sitten im Tempel auf Bali
Für einen Tempelbesuch brauchst du mindestens einen Sarong, der die Beine vollständig bedeckt, und bedeckte Schultern. Am Eingang kannst du ihn meist ausleihen, zum Kaufen zahlst du laut bali.com etwa fünf bis zehn US-Dollar. Bei Einladungen zu Familienzeremonien gehören außerdem eine Schärpe, der Selendang, und manchmal eine Kopfbedeckung dazu. Die Schuhe ziehst du vor dem Betreten von Häusern aus.
Die inneren Höfe der Anlagen sind während einer Zeremonie den Gläubigen vorbehalten, bleib also ohne Einladung draußen. Frauen mit Menstruation dürfen die Tempel nicht betreten, das steht auch auf Schildern an manchen Eingängen. Klettere nie auf Mauern oder Schreine, berühre keine heiligen Bäume und geh nicht zwischen Betenden, Priestern und Altären hindurch. Opfergaben am Boden umgehst du, statt darüberzusteigen.
Moscheen und Ramadan in Indonesien
Vor einer Moschee fragst du, ob Besucher willkommen sind. Meist musst du die Schuhe ausziehen, Frauen bedecken Haare, Arme und Beine, Männer tragen lange Hosen. Zu den Gebetszeiten, vor allem freitags mittags, störst du besser nicht. Den Ruf des Muezzins hörst du in vielen Orten schon vor Sonnenaufgang; Ohrstöpsel helfen, wenn du leicht aufwachst.
Im Fastenmonat Ramadan essen und trinken gläubige Muslime tagsüber nichts. In streng muslimischen Regionen schließen manche Warungs bis zum Abend. Du musst nicht mitfasten, solltest aber nicht demonstrativ vor Fastenden essen oder rauchen. Das Ende des Fastens, Idul Fitri, ist ein landesweiter Feiertag; Busse und Fähren sind dann überfüllt, und viele Menschen sind in ihren Heimatdörfern. Plane die Reisetage drumherum früh und vorab.
Indonesien Verhalten am Tag der Stille
Nyepi, das balinesische Neujahrsfest, ist ein Tag der Stille, der etwa 24 Stunden dauert. Der Flughafen ist geschlossen, auf den Straßen fährt fast niemand, und Hotels bitten ihre Gäste, auf dem Gelände zu bleiben. Auch das mobile Internet wird laut Medienberichten abgeschaltet. Das Datum ändert sich jährlich nach dem balinesischen Kalender, schau also vorab nach, bevor du Flüge buchst.
Am Tag selbst gilt: kein Licht nach außen, keine laute Musik, keine Spaziergänge auf der Straße. Dorfwächter, die Pecalang, achten darauf, und Verstöße nehmen sie ernst. Kaufe Vorräte vorher ein, denn Geschäfte und Geldautomaten sind geschlossen. Am Vorabend ziehen riesige Papp-Figuren mit viel Lärm durch die Straßen, das lohnt einen Blick. Danach ist es ruhig, und du merkst, wie selten solche Stille geworden ist.
Fotografieren von Menschen und Zeremonien
Bei Festen und auf Märkten fragst du vor dem Foto kurz mit einer Geste oder einem Lächeln. Die meisten Menschen stimmen zu, manche bitten um ein kleines Trinkgeld oder wollen das Bild sehen. Frauen in muslimischen Gegenden lehnen es häufiger ab, fotografiert zu werden; akzeptiere das ohne Diskussion. Kinder fotografierst du nur, wenn die Eltern in der Nähe sind und zustimmen.
In Tempeln ist Fotografieren meist erlaubt, Blitzlicht jedoch nicht. Freizügige oder alberne Posen an heiligen Stätten gelten als respektlos, und mancherorts wirst du freundlich, aber bestimmt weggeschickt. Bei laufenden Zeremonien hältst du Abstand, stellst dich nicht über Betende und nutzt lieber das Zoom statt der Nähe. Ein Selfie mit Opfergaben im Hintergrund erzeugt bei Einheimischen schnell Kopfschütteln.
Indonesien Verhaltensregeln bei Alkohol und Rauchen
Alkohol ist in Indonesien legal, aber in der Mehrheitskultur nicht gern gesehen. Nach Angaben des staatlichen Tourismusportals gilt Trinken in den meisten öffentlichen Räumen als verboten, darunter Gotteshäuser, Schulen, Einkaufszentren und Supermärkte. Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. In Aceh sind Alkoholverbote durchgesetzt, dort bleibst du besser ganz beim Tee. Auf Bali trinkst du entspannt in Bars und Restaurants.
Fahre nie betrunken, weder Auto noch Roller. Die Polizei prüft vor allem in Touristenorten, und ein Unfall unter Alkohol bringt dich schnell in Schwierigkeiten mit Versicherung und Behörden. Geraucht wird viel, aber nicht überall: In Krankenhäusern, Schulen, Gotteshäusern und öffentlichen Verkehrsmitteln ist es verboten. Nimm lieber Abstand zu Kindern, wenn du rauchst, und entsorge Kippen nicht im Gras oder am Strand.
Drogen und Gesetze in Indonesien
Hier ist das Land hart. Es drohen laut den Behörden bei Besitz vier bis zwölf Jahre Haft und Geldstrafen von 800 Millionen bis 8 Milliarden Rupiah. Bei größeren Mengen, etwa über einem Kilogramm Marihuana oder fünf Gramm Heroin und Kokain, ist sogar lebenslange Haft möglich, bei Handel auch die Todesstrafe. Das gilt für Ausländer genauso wie für Einheimische.
Nimm nie ein Paket für Fremde mit, auch nicht von netten Reisebekanntschaften. Lass dein Gepäck nicht aus den Augen und prüfe bei Medikamenten, ob sie erlaubt sind; im Zweifel fragst du vor der Reise bei der Botschaft nach. Glücksspiel ist ebenfalls verboten, echte Casinos gibt es laut denselben Angaben nicht. Trage außerdem deinen Reisepass oder eine Kopie bei dir, denn bei Kontrollen musst du dich ausweisen.
Indonesien Knigge bei Essen und Einladungen
Wirst du zu einer Familie nach Hause eingeladen, zieh die Schuhe aus und nimm eine Kleinigkeit mit, etwa Obst oder Gebäck. Reichst du etwas an, lehnen Gastgeber es zunächst meist höflich ab; ein zweiter Versuch ist normal. Probiere von allem, ein leerer Teller gilt jedoch als Zeichen, dass du noch hungrig bist. Iss und trink ausschließlich rechts, und warte, bis die Gastgeber beginnen.
Scharfes ist weit verbreitet. „Cabe“ heißt Chili, „sedikit“ bedeutet wenig, mit „tidak pedas“ bestellst du es mild. Leitungswasser trinkst du nur abgekocht; Eis lehnst du mit „tanpa es“ ab, wenn du unsicher bist. Beim Streetfood greifst du zu Gekochtem, Gebratenem oder Gegrilltem. Schnell wegzuschieben, was dir nicht schmeckt, wirkt unhöflich, bedanke dich lieber und iss langsam.
Indonesien Reisen und das Handeln um Preise
Beim Kauf von Souvenirs wird gehandelt, in Läden mit Festpreisen und bei Hotelketten nicht. Starte mit etwa der Hälfte des genannten Preises und bleib freundlich, denn Streit lässt dein Gegenüber das Gesicht verlieren. Wenn ihr euch einig seid, ist der Handel bindend. Bei Hotelzimmern lohnt sich Verhandeln außerhalb der Ketten, vor allem in der Nebensaison.
Bei Becak-Rikschas und Taxis vereinbarst du den Preis vor der Fahrt oder bestehst auf dem Taxameter. Auf Java folgen dir Rikscha-Fahrer manchmal zu Läden und kassieren dort Provision, die auf deinen Preis aufgeschlagen wird. Bei Batik in Yogyakarta verlangst du den Wassertest: Echte Batik bleibt beim Abreiben mit einem nassen Tuch unbeschadet. Trinkgeld ist nicht Pflicht, ein paar tausend Rupiah für guten Service werden gern genommen.