Hunza Tal Reise zwischen Karimabad, Passu und dem Attabadsee

Zehn Tage lang war ich auf meiner Hunza Tal Reise im Norden Pakistans unterwegs, zwischen Lehmforts, Gletscherzungen und Pappelreihen unter Siebentausendern, und hier steht, was sich davon wirklich gelohnt hat.

Das Tal liegt in Gilgit-Baltistan, mitten im Karakorum, nördlich der Stadt Gilgit am Karakoram Highway. Üblich ist die Einteilung in drei Abschnitte: Unter-Hunza rund um Minapin, Zentral-Hunza mit dem Ort Karimabad und Ober-Hunza, das auch Gojal heißt und bis hinter Passu reicht. Die Talsohle liegt bei rund 2.438 Metern, etwa 90 Prozent der Fläche befinden sich oberhalb von 3.000 Metern.

Gesprochen wird Burushaski, Wakhi und Shina, die meisten Bewohner gehören dem ismailitischen Islam an. Über Karimabad ragen Rakaposhi mit 7.788 Metern und Ultar Sar mit 7.388 Metern auf. Beide stehen so nah, dass man sie vom Frühstückstisch aus sieht, wenn die Wolken mitspielen. Damit unterscheidet sich die Gegend deutlich von den Basislagern, die man sonst nur nach tagelangen Märschen erreicht.

Meine Route war schlicht gehalten: Anfahrt von Gilgit, vier Nächte in Karimabad, dann zwei Nächte weiter nördlich bei Passu, dazwischen der Attabadsee und ein Ausflug in Richtung Khunjerab-Pass. Wie sich dieser Hunza Tal Urlaub anfühlte, was gut klappte und wo ich Zeit verschenkt habe, steht in den folgenden Abschnitten.

Hunza Tal Reisebericht
Blick über das Hunza-Tal bei Karimabad mit Rakaposhi im Hintergrund. Foto: Waleedshahid, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Hunza Tal Reise ab Gilgit nach Karimabad

Die Fahrt von Gilgit nach Karimabad dauert etwa zwei Stunden, und schon auf diesen Kilometern merkt man, wie eng das Tal gebaut ist.

Morgens ging es in Gilgit los, im Sammeltaxi mit vier anderen Fahrgästen. Die Straße ist der Karakoram Highway, mal glatt asphaltiert, mal mit Flicken und Steinschlagspuren. Links und rechts rücken die Felswände näher, unten rauscht der Hunza-Fluss graubraun von der Gletscherfracht. Das Gepäck lag auf dem Dach, und ich hatte meinen Rucksack zusätzlich in einer Plane, weil auf staubigen Abschnitten alles eine feine Schicht bekommt.

Karimabad, früher Baltit genannt, ist der Hauptort für Besucher. Das Zentrum liegt an einer Hangstraße, Unterkünfte reichen von einfachen Gästehäusern bis zu einem Hotel der gehobenen Klasse. Untergekommen bin ich in einem Haus mit Dachterrasse und habe dort, so gut es ging, die erste Nacht auf 2.400 Metern abgewartet. Kommst du von Islamabad, solltest du nach der langen Fahrt einen ruhigen ersten Abend einplanen.

Ein Fehler, den ich vermeiden würde: zu früh am Basar Geld zu wechseln. Geldautomaten sind im Hochtal selten und fallen zeitweise aus. Ich hatte glücklicherweise Rupien aus Gilgit dabei und kam damit gut durch die Woche.

Baltit, Altit und der Blick auf Ultar Sar

Baltit Fort thront über Karimabad und ist nach Angaben der Reisehandbücher rund 800 Jahre alt, den besten Eindruck bekommt man aber erst beim Aufstieg durch die Gassen.

Zu Fuß ging es hinauf, vorbei an Lehmmauern, Aprikosenbäumen und Steintreppen, die nach Regen rutschig werden. Von den Zinnen sieht man das gesamte Mittel-Hunza, tief unten den Fluss, weiter hinten die Gipfel. Ultar Sar zeigt sich als helle Pyramide, und bei trockener Luft war sie schon am Vormittag scharf gezeichnet, später zog Dunst auf. Zum Fotografieren stehst du früh auf.

Altit Fort liegt am Talboden und gilt als die ältere Anlage. Der Weg dorthin führt durch das gleichnamige Dorf mit schmalen Wasserkanälen und Terrassenfeldern. Für Altit rechnete ich gut zwei Stunden, für Baltit etwas mehr. Eintrittspreise ändern sich, fragt am Eingang nach, bevor ihr Bargeld abzählt.

In Ganish, einem alten Dorfteil nahe Karimabad, stehen Wachtürme aus früherer Zeit, und am Ortsrand zeigt der Heilige Felsen von Hunza Ritzungen und Inschriften aus buddhistischer Epoche. Dort traf ich fast niemanden. Für diese Ecke reicht ein halber Tag, am Nachmittag wird es im Sommer schnell heiß und windig.

Attabadsee und die Brücke bei Ghulkin

Der Attabadsee entstand erst am 4. Januar 2010 durch einen Erdrutsch, und genau das macht ihn zu einem ungewöhnlichen Stopp.

Damals riegelte ein Hangrutsch den Hunza-Fluss ab. Der See wuchs auf etwa 30 Kilometer Länge und erreichte eine Tiefe von rund 120 Metern, zwanzig Menschen starben, und ein Stück des Karakoram Highway von etwa 26 Kilometern verschwand unter Wasser. Heute führen Tunnel an der Stelle vorbei. Von Karimabad sind es ungefähr 20 Minuten Fahrt bis zum Ufer.

Das Wasser leuchtet türkis, was im Kontrast zu den braunen Felsflanken fast unwirklich wirkt. Eine Bootsfahrt stand auch an, und ich habe mich vorher nach dem Preis erkundigt, weil in der Hauptsaison überall verhandelt wird. Im November, so schrieb ein Reiseblog, ist der See ruhiger, im Hochsommer dagegen voll mit Tagesausflüglern.

Weiter nördlich, kurz hinter Ghulkin, spannt sich die Hussaini-Hängebrücke über den Fluss. Sie wird gern als eine der gefährlichsten der Welt bezeichnet, ist aber inzwischen vor allem Fotomotiv. Einige Bohlen fehlen, der Wind zerrt am Seil. Bis zur Mitte bin ich gegangen und dann zurück, und das war genug.

Passu und der Weg Richtung Khunjerab

Hinter Ghulkin öffnet sich das Tal, und die zackigen Passu Cones prägen den Horizont wie eine Reihe aufgestellter Zähne.

Passu ist ein kleiner Ort ohne Hektik. Zwei Nächte schlief ich dort in einem einfachen Gästehaus, abends gab es Linsensuppe und Fladenbrot. Zum Passu-Gletscher fährt man etwa 15 Minuten bis zu einem Parkplatz und läuft dann rund 20 Minuten zum ersten Aussichtspunkt. Von Passu zu Fuß braucht man ungefähr eine Stunde. Ein Mietwagen für Hin und Rückfahrt kostete laut einem Blog etwa 2.000 Rupien, der Preis kann sich verändert haben.

Der Khunjerab-Pass auf 4.693 Metern bildet die Grenze zu China und liegt etwa 75 Kilometer vom Grenzposten in Sost entfernt. Die Sperrzeiten wechseln: Schwere Fahrzeuge dürfen laut Wikipedia ungefähr vom 30. November bis 1. Mai nicht passieren, alle Fahrzeuge etwa vom 30. Dezember bis 1. April. Nach Schneefällen kann sich das verschieben, also vor der Abfahrt erkundigen.

Den Ausflug machte ich als Tagestour mit einem gemieteten Auto gemacht. Die Höhe machte sich ab etwa 4.000 Metern bemerkbar, Kopfdruck und kurzer Atem inklusive. Reagierst du empfindlich, bleib im Auto sitzen und trinkt viel Wasser.

Klima und Reisezeit im Karakorum

Das Wetter im Hochtal wechselt mit der Jahreszeit stärker, als man von einer Reise in Pakistan erwartet.

Weil das Tal auf rund 2.400 Metern beginnt und viele Pfade deutlich höher führen, kann ein Tag mit warmem Mittag und eisiger Nacht enden. Reisehandbücher nennen meist Frühjahr bis Herbst als sinnvollen Zeitraum. Im Frühjahr locken blühende Aprikosenbäume, im Herbst färben sich Pappeln und Walnussbäume gelb. Mir hat der Herbst besser gefallen, die Luft war trocken, die Sicht auf die Gipfel lang.

Im Winter schneit es, hohe Straßen und der Khunjerab-Pass können für längere Zeit geschlossen sein. Die Sperrzeiten wechseln, genaue Termine sollte man vorab prüfen. Ein Reiseblog erwähnt außerdem, dass der Attabadsee im November ruhiger ist als im Hochsommer. Das spricht für die Nebensaison, wenn du Wert auf Platz an den Aussichtspunkten legst.

Im Sommer ist es dagegen voll, vor allem an Wochenenden, wenn Familien aus den Städten Pakistans anreisen. Unterkünfte sind dann knapper, und es hilft, vorher anzurufen. Ich würde für diese Region mindestens eine Woche einplanen, damit ein Schlechtwettertag nicht den ganzen Plan kippt.

Einreise, Sicherheit und Gesundheit

Für Pakistan brauchst du als Reisender aus Deutschland ein Visum, alles Weitere ändert sich, daher gilt: Hinweise des Auswärtigen Amts vor der Abreise lesen.

Visabedingungen, Erlaubnisse für bestimmte Regionen und die Sicherheitslage wechseln. Deshalb vertraute ich weder auf Foren noch auf meine Erinnerung vertraut, sondern kurz vor dem Abflug die Reisehinweise aufgerufen und mich bei der Unterkunft in Karimabad nach dem Zustand der Straßen erkundigt. Vor der Abreise gehört außerdem eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholung dazu, denn Krankenhäuser im Norden sind klein und weit entfernt.

Gefahren am Weg sind eher alltäglich als dramatisch: Steinschlag auf der Straße, wacklige Brücken, Gletscherspalten abseits der Pfade, Höhe. Die Hussaini-Brücke und das Eis am Passu-Gletscher verlangen Vorsicht, und ich bin dort nie allein gegangen. Auf den Aussichtswegen reichen feste Schuhe.

Zur Gesundheit: Trinkwasser nur aus Flaschen oder gefiltert, Händedesinfektion in der Tasche, Sonnencreme mit hohem Schutz. Wegen der Höhe auf 2.400 Metern empfehle ich am ersten Tag wenig Anstrengung. Medikamente, die du regelmäßig brauchst, gehören in ausreichender Menge ins Handgepäck.

Kleidung und Packliste

Für die Region packst du lieber Schichten als dicke Einzelteile, denn zwischen Morgen und Mittag liegen leicht zwanzig Grad.

Die Gegend ist konservativ geprägt, auch wenn der ismailitische Glaube als liberaler gilt. Als Gast hielt ich mich an lange Hosen und bedeckte Schultern, was auch gegen die Sonne half. Für Frauen sind ein Tuch und lange Ärmel nützlich, die Regel gilt übrigens ebenso für Männer: keine kurzen Hosen im Ort.

Gegen Abend kühlt es auf dem Dach des Gästehauses spürbar ab, vor allem im Herbst, und eine Heizung gibt es häufig nicht. Froh war ich um einen Schlafsack-Inlet und warme Socken. Auf Wanderungen schützt ein leichter Windbreaker vor dem Zug in den Seitentälern.

Diese Liste hat sich bei mir bewährt:

  • Fleecejacke und dünne Daunenjacke für Abende und Höhe
  • Feste Wanderschuhe mit grobem Profil für Gletscherwege
  • Sonnenbrille, Kappe und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor
  • Stirnlampe, weil Stromausfälle im Tal vorkommen
  • Wiederbefüllbare Flasche und Filter oder Tabletten für Trinkwasser
  • Bargeld in kleinen Scheinen, da Geldautomaten selten sind

Äthiopien Verhaltensregeln und Sitten für Urlauber

Äthiopien ist ein Land mit ein Land eigener Zeitrechnung, eigener Schrift und einer Kirche, die seit über 1.600 Jahren das Leben prägt. Die wichtigsten Äthiopien Verhaltensregeln lassen sich auf eine Faustregel bringen: Zeig Respekt vor Alter, Glauben und Gastgebern, dann verzeihen dir die Menschen kleine Patzer gern. Dieser Beitrag sammelt, was in Reisehandbüchern und Kulturleitfäden zu Begrüßung, Kleidung, Kirchenbesuch und Tisch steht. Ein paar Dinge ändern sich je nach Region und Lage, prüfe sie deshalb kurz vor der Abreise.

Äthiopien Verhaltensregeln
Kaffeezeremonie: Bohnen werden über dem Feuer geröstet. Foto: Steve Evans, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Äthiopien Knigge bei der Begrüßung

Begrüßungen nehmen in Äthiopien Zeit in Anspruch, und das ist gewollt. Bevor du eine Frage stellst oder um etwas bittest, erkundigst du dich nach dem Befinden, der Familie und der Arbeit. Männer reichen sich die Hand und stoßen dabei häufig kurz die Schultern aneinander. Frauen halten sich beim Händedruck meist zurück, du wartest am besten, ob sie die Hand zuerst ausstrecken. Enge Freundinnen küssen sich zur Begrüßung bis zu dreimal auf die Wangen.

Die linke Hand gilt als unrein. Du reichst Geld, Essen und Gegenstände mit der rechten Hand weiter, oder zur Not mit beiden, wobei die rechte führt. Älteren Menschen begegnest du mit viel Respekt, sie werden zuerst begrüßt und bedient. Wenn du jemanden nicht kennst, ist ein höfliches Nicken mit einem leichten Lächeln besser als eine Umarmung. Hektik kommt schlecht an, eine kurze Begrüßung im Vorbeigehen wirkt schnell abweisend.

Kleidung für Städte und Dörfer

Auf dem Land und in religiösen Orten ist Zurückhaltung gefragt. Frauen tragen am besten lange, weite Oberteile oder Kleider, die Schultern und Knie bedecken. Hosen sind in Ordnung, Shorts und ärmellose Tops fallen negativ auf. Für Männer gelten lange Hosen und ein Hemd oder T-Shirt mit Ärmeln, Oberkörperfrei ist inakzeptabel, auch kurze Hosen wirken auf viele Äthiopier unpassend.

In Addis Abeba siehst du auch Jeans und Business-Kleidung, trotzdem lohnt sich ein Schal im Gepäck. Er dient als Kopftuch beim Kirchenbesuch und als Sonnenschutz auf Märkten. Auf Höhen über 2.000 Metern wird es abends kühl, eine dünne Jacke gehört also in den Rucksack. Strandkleidung bleibt am Pool oder am Wasser, in Ortschaften wirkt sie respektlos.

Äthiopien Verhalten in Kirchen und Klöstern

Die äthiopisch-orthodoxe Kirche prägt das Land, und ihre Regeln solltest du ernst nehmen. Vor dem Betreten ziehst du die Schuhe aus, Socken sind erlaubt. Gibt es getrennte Eingänge für Männer und Frauen, nutzt du den für dein Geschlecht. Frauen bedecken Haar und Körper mit einem Tuch und einem langen Kleid, in ländlichen Kirchen wird das strenger gesehen als in der Hauptstadt.

Manche Kirchen und Klöster schließen bestimmte Besucher aus. Laut Reiseführern dürfen menstruierende Frauen manche Kirchen nicht betreten, und an einzelnen Orten gelten Regeln für den Tag davor. Frag am Eingang oder bei deinem Guide nach, bevor du dich ärgerst. Sprich leise, und wende dich Priestern höflich zu. Wenn Gläubige beten oder küssen die Türpfosten, bleibst du ruhig stehen und störst nicht.

Essen und Einladungen am gemeinsamen Teller

In Äthiopien isst du ausschließlich rechtshändig. Auf der großen Platte liegt Injera, der Sauerteigfladen aus Teff, der zugleich Teller und Besteck ersetzt. Du reißt ein Stück ab, greifst damit etwas Sauce oder Fleisch und führst es zum Mund. Der Älteste am Tisch beginnt zuerst, die anderen folgen. Vorher werden meist die Hände gewaschen, dafür wird dafür eine Schüssel mit Wasser herumgereicht.

Herzlich ist der Brauch des Gursha. Der Gastgeber steckt dir einen Bissen in den Mund, als Zeichen von Zuneigung, und diese Geste zurückzuweisen gilt als sehr unhöflich. Lehne also nicht ab, auch wenn der Happen groß ausfällt. Du kannst anschließend selbst jemandem einen Bissen reichen.

Äthiopien Sitten bei der Kaffeezeremonie

Kaffee stammt der Überlieferung nach aus Äthiopien, und die Zeremonie ist der Mittelpunkt des Besuchs. Die Gastgeberin röstet grüne Bohnen auf einer Pfanne über offenem Feuer, zerstößt sie im Mörser und kocht den Kaffee in einer Tonkanne mit langem Hals mehrfach auf. Das dauert gut eine Stunde oder länger. Plane Zeit ein, Aufbruch nach der ersten Tasse wirkt unhöflich.

Meist werden drei Runden serviert, die letzte gilt als Segen. Wenn du eingeladen wirst, nimm mindestens zwei Tassen an. Lob für den Duft des Röstens wird gern gehört. Zucker oder Salz gehören je nach Region dazu, du kannst beides probieren. Bleib sitzen, bis die Gastgeberin das Ende signalisiert, und bedanke dich mit einer kurzen Geste. Für Fotos fragst du vorher, bei Einladungen in Privathäusern ist das selbstverständlich.

Fastentage und Feiertage im Kalender

Die orthodoxe Kirche schreibt mittwochs und freitags Fasten vor, ohne Fleisch und tierische Produkte. Restaurants stellen sich darauf ein, du bekommst dann Linsen, Gemüse und Saucen aus Hülsenfrüchten. Auch vor großen Festen wird gefastet. Plane diese Tage ein, wenn du Fleisch erwartest. Laut Reisehandbüchern ist es sinnvoll, an Fastentagen nicht auf Tibs zu setzen, weil das Fleisch dann nicht frisch sein muss.

Wichtige Feste sind Enkutatash, das Neujahr um den 11. September, Maskal um den 27. September, Genna Anfang Januar und Timkat im Januar oder Februar. Rund um diese Termine sind Busse voll, Preise steigen und Läden schließen früher. Äthiopien rechnet mit einem eigenen Kalender mit dreizehn Monaten, daher stimmen Daten auf Tickets manchmal nicht mit deinem Handy überein. Frag bei Buchungen doppelt nach dem gregorianischen Datum.

Äthiopien Umgangsformen beim Fotografieren

Menschen fotografierst du nur mit Erlaubnis. Ein Nicken und ein fragender Blick auf die Kamera reichen häufig, und wenn jemand abwinkt, akzeptierst du das sofort. In Kirchen und bei Zeremonien gelten teils eigene Regeln, mancherorts kostet das Fotografieren Eintritt. Priester und Mönche sollten nicht als Kulisse dienen, frag höflich nach. Kinder reagieren gern, aber Eltern sollten in der Nähe sein.

Bei Militär, Polizei und Regierungsgebäuden bleibt die Kamera besser unten. Eine Panoramafreiheit gibt es laut Wikivoyage nicht, Gebäude und Kunstwerke im öffentlichen Raum können urheberrechtlich geschützt sein, und Banknoten dürfen nicht abgebildet werden. Zeig Fotos auf dem Display, das schafft Vertrauen. Drücke niemandem Geld für ein Bild auf, wenn ihr euch nicht vorher geeinigt habt, sonst entstehen Erwartungen für die nächsten Reisenden.

Trinkgeld und Preise

In einfachen lokalen Lokalen ist Trinkgeld nicht üblich, ein paar Birr als Aufrundung freuen Kellner dennoch. In touristischen Restaurants sind etwa zehn Prozent der Rechnung ein guter Richtwert. Für Guides nennt der Rough Guide einen fairen Wert von etwa 200 Birr pro Gruppe und Tag bei gutem Service. Die Zahl ändert sich mit der Inflation, frag deshalb vorher in deiner Unterkunft nach aktuellen Beträgen.

Auf Märkten und bei Tuk-Tuks wird gehandelt, freundlich und mit Humor. Nenne einen niedrigeren Preis, lächle, und trefft euch in der Mitte. Ist der Preis vereinbart, wird er nicht noch einmal gedrückt. Aufdringliche Helfer, die dich ungefragt zu einer Sehenswürdigkeit begleiten, musst du nicht bezahlen, wenn du sie nicht beauftragt hast. Sprich Preise für Taxis vor der Fahrt, nicht danach.

Äthiopien Reisen mit Alkohol, Khat und Gesetzen

Bier, Honigwein und Tej gehören zum Leben, öffentliches Betrunkensein dagegen nicht. Am Flughafen gelten Zollfreimengen, laut Wikivoyage sind zwei Liter Alkohol erlaubt. Tej, der Honigwein, ist in Bars verbreitet und kräftiger, als er schmeckt. Khat, ein Blattkraut, wird in Teilen des Landes gekaut. Frag, ob und wo Konsum für Besucher erlaubt ist, und beachte die Rechtslage für Einfuhr und Besitz vor der Reise.

Wichtig ist die Rechtslage bei Liebe und Partnerschaft. Homosexuelle Handlungen sind in Äthiopien strafbar, und die Stadtverwaltung von Addis Abeba kündigte 2023 Kontrollen in Hotels und Bars an. Zeig dich also zurückhaltend. Auch Kunstgegenstände unterliegen Vorschriften, alles über 50 Jahre kann als kunsthistorisch gelten und braucht eine Genehmigung des Nationalmuseums. Informiere dich vor Abreise bei den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes.

Gesprächsthemen und heikle Fragen

Familie, Herkunft und Reiseziele sind sichere Themen. Äthiopier fragen schnell nach Kindern, Beruf und Alter, das ist Interesse und keine Neugier. Antworte freundlich, auch wenn dir Fragen persönlich vorkommen. Lob für Landschaft, Essen und Kaffee kommt gut an. Der Stolz auf die eigene Geschichte ist groß, das Land wurde nie dauerhaft kolonisiert, und die Schlacht von Adwa am 2. März wird gefeiert.

Vorsicht ist bei Politik, ethnischen Konflikten und Religion geboten. Äußere keine Meinung zu Regionalstreitigkeiten, ganz gleich, wie offen dein Gegenüber wirkt. Über Kirche und Glauben lässt sich gut reden, wenn du zuhörst, statt zu urteilen. Leg das Handy beiseite, wenn jemand erzählt. Gäste, die geduldig zuhören, werden häufig zum Essen oder Kaffee eingeladen.

Äthiopien Verhaltensregeln bei Natur und Sicherheit

Auf Wanderungen im Simien Gebirge oder bei Besuchen von Dörfern richtest du dich nach deinen Guides und den örtlichen Hinweisen. Bleib auf Wegen, nimm Müll mit und kaufe keine Waren aus geschützten Tieren oder Pflanzen. Wasser ist in vielen Regionen knapp, geh sparsam damit um. Tiere wie Dscheladas bekommen kein Futter, das stört ihr Verhalten.

Grenzregionen zu Somalia, Eritrea und Sudan solltest du laut Wikivoyage meiden, dort gibt es Minen und bewaffnete Gruppen. Diebstahl kommt in der Hauptstadt häufig vor, trag Wertsachen am Körper und lass das Handy nicht auf dem Tisch liegen. Im Notfall gilt in Addis Abeba die 991 für die Polizei und die 907 für den Rettungsdienst. Verfolge aktuelle Reisehinweise, die Lage ändert sich schnell.

Ohridsee Reise zwischen Kaneo, Samuelsfestung und Sveti Naum

Acht Tage lang war ich auf meiner Ohridsee Reise zwischen Uferkirchen, Fischsuppe und einem Kloster nahe der albanischen Grenze unterwegs, und hier steht, was sich davon wirklich gelohnt hat.

Der Ohridsee misst rund 358 Quadratkilometer, an der tiefsten Stelle sind es 288 Meter. Er zählt zu den ältesten Seen der Welt, die ältesten Sedimente stammen aus dem Pliozän, also aus einer Zeit vor drei bis fünf Millionen Jahren. Mehr als 200 Arten leben nur dort und sonst nirgends. Das Gewässer liegt mitten im Grenzgebirge zwischen Nordmazedonien und Albanien, ich habe mich auf die mazedonische Seite beschränkt.

Die Stadt Ohrid am Nordostufer zählte bei der Volkszählung 2021 rund 38.800 Einwohner. Die Altstadt steht samt See seit 1979 und 1980 auf der UNESCO-Liste, die albanische Uferseite kam 2019 hinzu. Wegen der vielen Kirchen heißt der Ort im Land das Jerusalem des Balkans. Die Zahl von 365 Kapellen, eine für jeden Tag des Jahres, gehört allerdings in den Bereich der Legende.

Mein Plan für den Ohridsee Urlaub war schlicht: Ankunft aus Skopje, vier Nächte in der Altstadt, ein Tagesausflug zum Kloster Sveti Naum, dazwischen Baden, Essen und Herumlaufen. Wie die Ohridsee Reise ablief, wo ich Geld gelassen habe und was ich anders machen würde, steht auf den folgenden Abschnitten.

Ohridsee Reisebericht
Die Kirche Sveti Jovan Kaneo über dem Ohridsee. Foto: kallerna, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anreise nach Ohrid für die Ohridsee Reise

Eine Bahn gibt es nicht, also bleiben Flugzeug, Bus und Auto, und die Wahl entscheidet über den ersten Tag.

Mein Weg führte über Skopje. Von dort fahren Busse nach Ohrid in rund dreieinhalb Stunden, laut Wikivoyage ungefähr stündlich und ab etwa 830 Denar pro Strecke. Im Sommer sichert man sich den Platz am besten ein bis zwei Tage vorher. Mir hat das im Mai nicht gedroht, die Sitze waren halb leer, und ich saß mit dem Rucksack am Fenster.

Der Flughafen von Ohrid wird vor allem von Wizz Air angeflogen, unter anderem aus Basel, Dortmund, London-Luton und Wien. Einzelne Verbindungen laufen nur saisonal, deshalb sollte man den Flugplan für den eigenen Reisemonat prüfen. Aus Albanien kommend, fährt man über Struga, das etwa 16 Kilometer entfernt liegt, oder nimmt im Sommer das Boot von Pogradec, das nach den Angaben der Reisehandbücher um 10 Uhr morgens ablegt.

Die Altstadt ist klein genug, sie lässt sich größtenteils zu Fuß erkunden. Gebucht hatte ich ein Privatzimmer nahe dem Hafen, solche Unterkünfte kosten laut Wikivoyage ab etwa 10 bis 15 Euro die Nacht, die Preise ändern sich aber, vorab vergleichen lohnt. Vom Busbahnhof in die Stadt zahlte ich für das Taxi grob 100 Denar, nachdem ich den Preis vorher ausgehandelt hatte. Das ist der Rat, den ich jedem geben würde: erst verhandeln, dann einsteigen.

Altstadt, Samuelsfestung und die Kirche von Kaneo

Ein Rundgang von der Festung hinunter zum Wasser dauert nur wenige Stunden, aber ich habe dafür zwei Tage gebraucht.

Die Samuelsfestung thront über der Stadt. Sie stammt aus dem 10. Jahrhundert, Ausgrabungen deuten darauf hin, dass an dieser Stelle schon im 4. Jahrhundert vor Christus eine Befestigung stand. Der Eintritt war mit rund 30 Denar kaum der Rede wert. Oben sieht man die Dächer der Altstadt, den See und an Morgen ohne Dunst die Berge am anderen Ufer. Kurz nach der Öffnung stand ich oben und hatte die Zinnen fast für mich.

Vom Plaošnik, einer Ausgrabungsstätte mit der restaurierten Kirche der Heiligen Klemens und Pantaleon, geht es weiter. Hier soll Klemens von Ohrid im Jahr 886 eine Literaturschule gegründet haben, ein Ort mit Bedeutung für die kyrillische Schrift. Die Kathedrale Sveti Sofija mit ihren Fresken aus dem 11. Jahrhundert kostete 100 Denar, das Geld war gut angelegt. Beim Betreten sollte man die Schultern bedecken, ich hatte ein Tuch dabei.

Am Ende steht die Kirche Sveti Jovan Kaneo aus dem 14. Jahrhundert auf einer Klippe über dem Wasser. Sie ist wohl das meistfotografierte Gebäude der Stadt. Zweimal stand ich dort, einmal mittags mit Reisegruppen im Nacken, einmal am frühen Abend. Der zweite Besuch war entspannter, das Licht fiel weich auf die roten Ziegel. Das antike Theater aus hellenistischer Zeit, etwa 200 vor Christus, lässt sich ebenfalls besichtigen und wird im Sommer für Konzerte genutzt.

Sveti Naum und die Bay of Bones

Das Kloster liegt rund 30 Kilometer südlich und ist der Ausflug, bei dem mir der See am größten vorkam.

Gegründet wurde die Anlage im Jahr 905 von Naum von Ohrid, der in der Kirche beigesetzt ist. Das Kloster liegt im Gemeindegebiet von Ljubaništa, und die Grenze zu Albanien ist nur einen Steinwurf entfernt. Zwischen 1912 und 1925 gehörte das Gebiet sogar zu Albanien. Überrascht hat mich, wie ruhig es dort wirkte, obwohl sich Busgruppen abwechselten.

Die Überfahrt begann am Pier der Altstadt. Das Boot fährt täglich um 10 Uhr ab und kommt laut Reisehandbuch um 15.30 Uhr von Sveti Naum zurück, der Hin und Rückpreis liegt bei etwa 600 Denar, also knapp zehn Euro. Fahrpläne verschieben sich, ein kurzer Blick am Kai am Vortag spart Ärger. Die Alternativen sind Bus, Mietwagen und Taxi, auf dem Hinweg nahm ich das Boot, zurück ging es mit dem Bus zurückgefahren.

Unterwegs hielt ich an der Bay of Bones, einem nachgebauten Pfahlbaudorf aus der Jungsteinzeit, das 2008 eröffnet wurde. Es steht auf dem Wasser, dazu gehören ein kleines Museum und eine Tauchbasis. Als Ausgrabung darf man es sich nicht vorstellen, es ist eine Rekonstruktion. Mir hat gerade das gefallen, weil man ein Gefühl für die Bauweise bekam, ohne Absperrbänder zu sehen.

Essen und Trinken am See

Auf dem Teller landet hier meist Fisch, doch ausgerechnet die berühmteste Sorte habe ich liegen lassen.

Gemeint ist die Ohrid-Forelle. Wikivoyage weist darauf hin, dass der Fang am mazedonischen Ufer verboten und der Fisch gefährdet ist, und auch die Wikipedia verzeichnet einen starken Rückgang der Fangmengen, vermutlich durch Überfischung. Stattdessen bestellte ich andere Fischgerichte, die Kellner nannten mir die Herkunft ohne Zögern. Fragen kostet nichts, und die Antwort sagt viel über das Lokal.

Gut geschmeckt haben mir Fischsuppe, die als ribna čorba auf der Karte steht, außerdem Burek am Morgen und Makalo, ein Brotaufstrich mit Knoblauch und Joghurt. Dazu kommen gjomleze, gebackene Pfannkuchen, und der Ohridski Gevrek, ein Gebäck, das ich mir mehrmals bei der Bäckerei in der Altstadt geholt habe. Die Portionen waren üppig, ich habe zu zweit manchmal nur eine Vorspeise geteilt.

Beim Abendessen in der Altstadt zahlt man für die Lage am Wasser mehr als in den Seitengassen. Ich bin darum gern ein paar Straßen weiter gegangen, dort saßen eher Einheimische. Zum Trinken gab es mazedonischen Wein und einheimischen Rakija, den ich in kleinen Mengen probierte. Ein Glas reichte, mehr vertrug ich nicht.

Interessante Fakten zum Ohridsee

Unter der Wasseroberfläche liegt ein Archiv der Erdgeschichte, und die Stadt darüber hat ihre eigene Schreibtradition.

Etwa ein Drittel der 21 heimischen Fischarten und fast 80 Prozent der 72 Weichtierarten sind endemisch. Die Forschung nutzt den See deshalb gern als Beispiel dafür, wie sich Arten in einem alten, tiefen Gewässer getrennt entwickeln. Für mich als Besucher blieb das Wissen abstrakt, bis ich beim Schnorcheln am Ufer die Steine voller kleiner Schnecken sah.

Ohrid selbst wurde in der Antike Lychnidos genannt. Der heutige Name taucht erstmals im Jahr 879 auf, ab 1395 stand die Stadt unter osmanischer Herrschaft, bis 1912 serbische Truppen kamen. Die Stadt liegt auf rund 695 Metern Höhe, und das merkt man am Wetter. Die Sommer sind trocken, im Hochsommer fallen weniger als 40 Millimeter Regen, im Jahresschnitt sind es etwa 662 Millimeter, am nassesten ist der November.

Im Sommer läuft das Ohrider Sommerfestival mit Theater und Musik, von Juli bis August. In der zweiten Julihälfte gibt es außerdem einen Schwimmmarathon über 30 Kilometer, der am Kloster Sveti Naum beginnt und am Stadthafen endet. Im Mai war ich da, also weder bei Festival noch Marathon, und fand die Stadt zu dieser Zeit angenehm leer.

Preise, Perlen und Feilschen

Geldprobleme gab es keine, nur zwei Stellen, an denen ich später genauer hinsehe.

Eintritte für Kirchen und Stätten liegen laut Reisehandbuch meist zwischen 30 und 100 Denar. Ausländische Besucher zahlen häufig etwa den doppelten Tarif der Einheimischen, daran habe ich mich schnell gewöhnt, es sind ohnehin kleine Beträge. Ein Stadtbus kostete rund 40 Denar. Für viele Besichtigungen sollte man reichlich Bargeld in Denar dabeihaben, in manchen kleinen Läden und Kiosken ging es nur bar.

Die berühmten Ohrider Perlen werden an jeder Ecke angeboten. Es handelt sich um Imitate aus Muschelperlen mit einem Überzug aus Fischschuppen, einen Edelsteinwert haben sie nicht. Manche Stücke am Straßenstand sind außerdem unfertig, obwohl sie als handgemacht beworben werden. In einer Werkstatt kaufte ich ein Armband, dessen Herstellung mir der Besitzer vorführte, und den Preis nur leicht heruntergehandelt.

Bei Taxis ist die Lage ähnlich: Mehrere Fahrer versuchen bei Touristen einen Aufschlag. Jede Fahrt handelte ich vor dem Einsteigen aus, und mit dem Satz „Wie viel bis zum Hafen?“ kam ich überall weiter. Auf Handeln im Markt sollte man freundlich bleiben, laut zu werden bringt nichts.

Verhaltensregeln am Ohridsee

Ein paar Gewohnheiten aus meinem Rucksack haben am See nicht gepasst, und ich habe sie rasch abgelegt.

In den Kirchen gilt die übliche Zurückhaltung: Schultern bedecken, Stimme senken, Gespräche vor dem Altarraum vermeiden. Beim Fotografieren in Sveti Sofija und anderen Innenräumen achtete ich auf Schilder und fragte im Zweifel die Aufsicht. Regeln dazu ändern sich, und eine pauschale Antwort habe ich nicht gefunden, deshalb gilt vor Ort das, was ausgeschildert ist.

Zum Thema Fisch habe ich es schon erwähnt: Die Ohrid-Forelle sollte man nicht bestellen. Ebenso gehört es zur Höflichkeit, am Ufer keinen Müll zu lassen, gerade an den kleinen Badestellen wie Labino, das laut Reisehandbuch morgens am besten ist, oder Ljubaništa, das sich eher am Abend nach 18 Uhr anbietet. Nimm deine Flasche wieder mit, die Mülleimer sind rar.

Im Umgang mit Einheimischen kam ich mit ein paar Worten Landessprache weit. Ein freundliches „Dobar den“ zur Begrüßung öffnete mir Türen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Taxifahrer, Wirte und Verkäufer wurden spürbar zugänglicher, als ich nicht gleich auf Englisch begann. Wie weit die Offenheit reicht, hängt natürlich vom Gegenüber ab, doch den Versuch schätzten fast alle.

Mongolei Verhaltensregeln und Sitten für Urlauber

Die Mongolei Verhaltensregeln lassen sich auf einen Nenner bringen: Respekt vor Gastfreundschaft, Feuer und Familie. Das Land ist dünn besiedelt, und viele Begegnungen finden in einer Jurte statt, die auf Mongolisch Ger heißt. Dort gelten Gesten und Tabus, die kein Reiseführer-Kapitel auf einer Seite erklärt, die du aber in einer Stunde lernst. Meine Faustregel für unterwegs: Beobachte, was dein Gastgeber tut, und mach es in Ruhe nach. Wenn du etwas falsch machst, verzeihen dir Nomaden das meist, solange du erkennbar guten Willen zeigst.

Mongolei Verhaltensregeln
Wanderer im Tal des Kherlen in der Mongolei. Foto: GerritR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mongolei Knigge bei der Begrüßung

Grüße jeden, den du triffst, einmal und freundlich. Laut Wikivoyage wirkt es auf Mongolen seltsam, wenn du dieselbe Person später am Tag noch einmal begrüßt. Männer geben sich meist die Hand oder nicken knapp, enge Freunde umarmen sich kurz an der Schulter. Zwischen Männern und Frauen reichen häufig ein Lächeln und ein Hallo, vor allem bei jüngeren Leuten. Zieh Handschuhe aus, bevor du jemandem die Hand gibst, und lass die Ärmel nicht hochgekrempelt, denn Handgelenke bleiben bei Begrüßung und Bewirtung bedeckt.

Das Gespräch startet nur selten mit Persönlichem. Üblich sind Fragen nach deiner Fahrt, nach dem Vieh, den Weiden und dem Wetter, erst danach kommt Privates. Halte dich bei Krankheit, Tod und Unfällen zurück, solche Themen gelten als schlechtes Vorzeichen. Auch Scherze über Pannen an Autos oder Flugzeugen kommen schlecht an. Mit zwei, drei mongolischen Wörtern gewinnst du schneller Sympathie als mit langen Erklärungen auf Englisch, das auf dem Land ohnehin kaum jemand spricht.

Mongolei Reisen und das Ankündigen vor der Jurte

Klopfen gibt es nicht, du rufst. Der übliche Ruf lautet «Nokhoi khor», ungefähr «halt den Hund», und kündigt dich an, während er gleichzeitig auf den Wachhund hinweist. Die Hunde bei Nomadenlagern sind keine Streicheltiere, bleib also im Auto sitzen oder in Rufweite, bis jemand aus dem Ger tritt. Der Urga, eine lange Holzstange mit Schlinge, wird nicht überstiegen, wenn er am Boden liegt. Geh drumherum.

An der Tür gilt eine Regel für alle Besucher: nicht auf die Schwelle treten und sich nicht darüber beugen. Nimm die Mütze ab, hebe sie zum Gruß kurz an und lass sie danach nicht auf dem Boden liegen. Geh vor älteren Menschen nie vorbei. Die Reiseführer widersprechen sich, auf welcher Seite du eintreten sollst, also schau dir an, was dein Gastgeber vormacht. Im Ger gehst du im Uhrzeigersinn und setzt dich dort hin, wo man dir den Platz zeigt.

Mongolei Sitten beim Sitzen, Feuer und Altar

Im Ger sitzt du im Schneidersitz oder mit unter den Körper gezogenen Füßen. Die Fußsohlen zeigen weder auf Menschen noch auf den Herd oder den kleinen Altar hinten im Zelt. Der Kopf steht im buddhistisch geprägten Weltbild über den Füßen. Trittst du jemandem aus Versehen auf den Fuß, gib ihm sofort die Hand. Das Schlafen gehört in die gleiche Logik, denn die Füße zeigen nachts zur Tür und nie zum Altar.

Das Feuer im Ofen ist heilig. Wirf keinen Müll hinein, schütte kein Wasser darauf und stell nichts auf die Flammen. Die tragenden Säulen in der Mitte sind kein Anlehnplatz. Sie stehen für Stabilität, und im Halbdunkel verwechselt man sie schnell mit dem heißen Ofenrohr. Pfeifen im Zelt gilt als unhöflich. Fasse niemandem an den Kopf, auch Kindern nicht, und halte Messer immer mit dem Griff voran hin. Fremde Hüte rührst du nicht an.

Mongolei Umgangsformen beim Essen und Trinken

Lehne Essen und Getränke nicht ab. Ein Nippen am Milchtee oder ein Stückchen Quark reicht als Zeichen der Wertschätzung, den Teller musst du nicht leeren. Nimm alles rechts entgegen, bei schweren Schalen stützt die linke den rechten Ellbogen. Aus der gemeinsamen Platte greifst du nie mit links. Verschütte keine Milch, das gilt als Fauxpas. Passiert es doch, tätschelt man den Kindern den Kopf, und die Gastgeber verstehen, dass du fremd bist.

Fleisch und Milchprodukte bilden auf dem Land die Grundlage der Küche. Probiere Buuz, die gedämpften Teigtaschen, oder Airag, vergorene Stutenmilch, wenigstens einmal. Schmeckt dir etwas nicht, formuliere die Absage freundlich und positiv, etwa mit dem Hinweis auf dein Befinden, statt das Essen zu kritisieren. Mit leeren Händen kommt niemand gern. Eine Tüte Süßigkeiten oder Obst für die Familie passt immer, wenn du zum Essen eingeladen wirst.

Mongolei Verhalten bei Wodka und Schnupftabak

Bekommst du ein Glas Wodka gereicht, tauche den Ringfinger der rechten Hand hinein und schnippe einen Tropfen in Richtung Himmel, einen in die Luft und einen auf den Boden. Trinkst du keinen Alkohol, mach die Geste trotzdem, berühre mit dem Finger deine Stirn, bedanke dich und gib das Glas zurück. Auch bei Empfängen kreist manchmal eine kleine Schale mit Schnaps. Du musst nicht trinken, setze sie aber an die Lippen.

Der Schnupftabak, Khöörög genannt, wandert in einem kleinen Fläschchen von Hand zu Hand. Männer tauschen es traditionell zur Begrüßung und geben es mit rechts weiter. Meist riecht man nur daran. Ist das Fläschchen leer, spielst du die Bewegung trotzdem durch. Streck beim Weiterreichen nie den kleinen Finger ab, das gilt als abfällig. Alkoholmissbrauch ist laut Wikivoyage ein Problem im Land, halte dich also nachts von Betrunkenen fern und sei in Bars der Hauptstadt vorsichtig.

Mongolei Verhaltensregeln bei Geschenken und Abschied

Wenn du bei einer Nomadenfamilie übernachtet hast, lass beim Abschied etwas zurück. Geld wirkt dabei peinlich, besser sind Lebensmittel, Tee, Süßes oder Spielzeug für die Kinder. Reiche das Geschenk mit beiden Händen und offener Handfläche. Ein Geschenk, das man dir überreicht, lehnst du nicht ab. Nimm es rechts an, den Ellbogen mit der linken gestützt, und sag deutlich Danke.

In einem reinen Touristen-Ger-Camp gelten diese Geschenkbräuche laut Wikivoyage nicht, dort zahlst du für Übernachtung und Essen. Familienbesuche über einen Fahrer oder Guide sind eine andere Sache, hier freuen sich Gastgeber über eine Kleinigkeit. Frag deinen Guide am Vortag, was in der Region üblich ist. Notiere dir Namen der Gastgeber, denn ein später per Post geschicktes Foto sorgt für mehr Freude als ein teures Mitbringsel.

Mongolei Knigge beim Fotografieren

Frag, bevor du Menschen fotografierst, und zeig das Bild danach auf dem Display. Ein Nicken oder Lächeln genügt meist als Zustimmung, und im Ger gilt die Regel, nichts anzufassen und nur nach Erlaubnis zu knipsen. Das betrifft auch den Altar, die Familienbilder und das Innenleben des Zeltes. Kinder fotografierst du nur mit Blick zu den Eltern. Ein Reiter, dem du für ein Bild hinterherläufst, erschrickt ebenso wie sein Pferd.

In Tempeln und Behörden können Aufnahmen verboten sein, erkundige dich vorher. Schau auf Schilder am Eingang und frag im Zweifel einen Mönch oder deinen Guide. Ein Blitz stört die Ruhe im Gebetsraum, lass ihn aus. Hast du eine Drohne dabei, frag zusätzlich vor dem Start nach, denn Herden und Nomaden reagieren auf Lärm aus der Luft empfindlich.

Mongolei Sitten in Klöstern und an heiligen Orten

Die meisten Mongolen sind Buddhisten oder folgen schamanischen Bräuchen, manche Nomaden sind Muslime. Kleide dich in Klöstern und an heiligen Plätzen zurückhaltend, bedecke Schultern und Knie. Nimm Sonnenbrille und Mütze ab und zieh am Eingang die Schuhe aus, wo es verlangt wird. Altäre, Gebetsfahnen und Steine mit Gebeten fasst du nicht an. Rund um Stupas und Gebetsmühlen läufst du im Uhrzeigersinn, so wie alle anderen.

Solche Fahnen und Steine sind Opfergaben, kein Fotohintergrund, und Besucher drängen sich nicht vor Betende. Halte deine Stimme tief und deine Schritte langsam. Der 14. November, der Geburtstag von Dschingis Khan, ist landesweit ein Feiertag. Der Herrscher gilt vielen als Nationalheld, also verkneif dir spöttische Bemerkungen über ihn.

Mongolei Umgangsformen bei Naadam und Tsagaan Sar

Das Naadam-Fest in Ulaanbaatar findet vom 11. bis 13. Juli statt. Es gibt Ringkämpfe, Pferderennen und Bogenschießen, die UNESCO nahm es 2010 in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Im Stadion drängen sich viele Menschen, Karten solltest du früh organisieren. Bleib beim Pferderennen hinter den Absperrungen, denn die Rennstrecke führt über Steppe, und Kinder reiten die Tiere. Kleinere Naadam-Feste in den Provinzen sind im Juli gemütlicher und familiärer.

Tsagaan Sar, das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, fällt in den Januar oder Februar und dauert drei Tage. Familien besuchen ihre Ältesten, begrüßen sich mit dem Zolgokh, bei dem man sich an den Ellbogen stützt, und essen Buuz, Hammel und weiße Speisen als Zeichen reiner Absichten. Geschenke gehören dazu. Wirst du eingeladen, bring etwas Süßes mit und iss reichlich. Auf dem Land ruht die Arbeit teils wochenlang, und im Winter ist es sehr kalt.

Mongolei Verhalten bei Trinkgeld, Handeln und Taxi

Trinkgeld wird laut Wikivoyage selten erwartet, außer bei Touranbietern und Guides. In einigen besseren Restaurants und Hotels der Hauptstadt steht eine Servicegebühr auf der Rechnung, vor allem bei größeren Gruppen. Gib deinem Fahrer und Guide am Ende einer mehrtägigen Tour etwas, in Landeswährung und in einem Umschlag. Frag deinen Veranstalter vorab, was für die Region üblich ist.

Feilschen ist in der Mongolei nicht so verbreitet wie in anderen asiatischen Ländern, auf Märkten wird ein fairer Preisnachlass aber akzeptiert. Setz dich dabei nie unter Druck und werde nicht laut. In Ulaanbaatar stellt der Fahrer den Taxameter laut Wikivoyage selbst ein, manche geben kein Wechselgeld. Hab deshalb kleine Scheine parat. Bei gecharterten Jeeps wird häufig pro Kilometer verhandelt, vereinbare Preis, Route und Verpflegung vorher schriftlich. Ein Guide verhindert viele Missverständnisse.

Mongolei Verhaltensregeln für Natur und Camping

Die Weite täuscht, fast jedes Fleckchen Steppe gehört einer Familie oder dient als Weide. Laut Wikivoyage ist das Land außerhalb von Städten öffentliches Eigentum, und du kannst fast überall zelten. Halte aber Abstand zu Nomadenlagern, baue dein Zelt nicht an Straßen auf und nimm deinen Müll vollständig wieder mit. Verbrenne ihn nicht im Lagerfeuer, denn Feuer gilt den Mongolen als heilig. Brennholz ist knapp, und getrockneter Dung dient als Brennstoff, also nimm dir keinen davon.

Wasserstellen sind in der Steppe selten und kostbar. Verschmutze keine Quelle mit Seife oder Zahnpasta, schöpfe Wasser und wasche dich in einigem Abstand. Auf Pferden kommst du nur mit der Erlaubnis des Besitzers und niemals ohne Anleitung. Schließe Weidezäune hinter dir, wo es welche gibt. Verhalte dich leise nahe Herden, damit die Tiere nicht auseinanderlaufen. Eine Mongolei Reise lebt von dieser Weite, und sie bleibt nur sauber, wenn jeder sie so verlässt, wie er sie gefunden hat.

Gobi Reise zwischen Khongoryn Els, Flaming Cliffs und Yolyn Am

Meine Gobi Reise begann mit einer Überraschung: In der Mongolei besteht die Wüste vor allem aus steinigem Grasland, und Sand macht nur einen kleinen Teil aus, was ich erst vor Ort wirklich verstand.

Die Gobi zählt mit rund 1,3 Millionen Quadratkilometern zu den größten Wüsten der Erde und reicht von der südlichen Mongolei bis nach Nordchina. Sie liegt auf einem Plateau zwischen etwa 910 und 1.520 Metern Höhe und bekommt im Jahr nur um die 194 Millimeter Regen, meist im Sommer. Mit Hitze allein hat das Klima wenig zu tun: Im Winter sind bis zu minus 40 Grad möglich, im Sommer rund 45 Grad, und binnen 24 Stunden kann das Thermometer um bis zu 35 Grad pendeln.

Ich blieb im Süden, im Umland von Dalanzadgad. Mindestens sechs Tage empfehlen die Handbücher, für entlegene Ziele wie das Nemegt-Becken neun bis zehn. Meine Route dauerte etwas mehr als eine Woche, mit täglich vier bis sechs Stunden im Geländewagen. Das klingt nach viel Sitzfleisch, und so war es auch, doch die Landschaft änderte sich ständig.

Auf den nächsten Seiten folgt die Strecke von der Schlucht Yolyn Am über die Fossilienklippen von Bayanzag bis zu den Dünen von Khongoryn Els. Dazu kommen ein Besuch bei einer Hirtenfamilie, ein Blick aufs Klima und eine Packliste. Wenn du einen Gobi Urlaub planst, hilft dir das als Rahmen für die eigene Route.

Gobi Reisebericht
Singender Sand und Berge in der Südgobi. Foto: Alastair Rae, CC BY-SA 2.0, via Flickr

Dalanzadgad als Startpunkt der Gobi Reise

Die Gobi beginnt nicht mit Sand, sondern mit Staub, Geröll und sehr viel Himmel.

Dalanzadgad ist die Stadt, von der aus die meisten Touren in den Süden aufbrechen. Ich nutzte den Tag dort für Vorräte: Trinkwasser in großen Kanistern, Obst, Brot und Instantnudeln für die Abende. Leitungswasser ist in der Mongolei nicht trinkbar, das gilt auch hier, und im Geländewagen sollte immer mehr Wasser liegen, als man für nötig hält. Beim Fahrer klärte ich außerdem die Reihenfolge der Stationen ab, denn die Pisten verlaufen selten geradeaus und die Zeiten hängen vom Wetter ab.

Nach der Stadt wurde die Straße schnell zur Spur, dann zu mehreren parallelen Spuren, zwischen denen der Fahrer nach Gefühl wählte. Orientierung bekam ich keine, weder Schilder noch Zäune, nur Hügelketten am Horizont. Das Handynetz reicht laut Reiseführern nur punktuell, Ortschaften sind abgedeckt, die Zwischenräume nicht. Ich lud also vorab Offline-Karten und notierte mir die Namen der Camps.

Übernachtet habe ich in Ger-Camps, einfachen Rundzelten mit Ofen und Betten. Strom ist in den Camps laut Reisehandbüchern knapp. Mein Fehler am ersten Abend: Ich ließ die Kamera leer laufen und fand danach keine Steckdose. Eine Powerbank ersetzt in der Gobi viel Komfort.

Yolyn Am und das Eis im Hochsommer

In einer Schlucht, umgeben von Wüste, liegt Eis, das dem Sommer lange trotzt.

Yolyn Am gehört zum Nationalpark Gurvan Saikhan und ist eine enge Schlucht, die sich zwischen steilen Felswänden in die Berge schneidet. Laut Reisehandbüchern kann dort bis in den Juli Eis liegen, obwohl es draußen auf der Ebene rund 35 Grad herrschen. Ich kam im Frühsommer an, dort stand ich an einigen Stellen tatsächlich auf einer dicken, grauen Eisschicht, während ein paar Meter weiter die Sonne brannte.

Vom Parkplatz geht ein flacher Weg in die Schlucht, den ich in gemütlichem Tempo in rund einer Stunde hin und zurück schaffte. Eingeplant hatte ich mehr, doch der Pfad ist kurz, wenn man nicht weiter hinten klettert. Festes Schuhwerk braucht man trotzdem, weil Steine und Eisflächen rutschen.

Tiere zeigten sich mir nur flüchtig. Im Nationalpark sollen auch Schneeleoparden leben, doch die sieht nur, wer mit einem Naturführer und viel Geduld unterwegs ist. Ich sah Vögel über den Wänden kreisen und war damit zufrieden.

Bayanzag und die Klippen der Dinosaurier

Hier fand 1923 eine Expedition die ersten Dinosauriereier der Welt, und wer im roten Sandstein steht, sieht, warum.

Bayanzag, im Englischen Flaming Cliffs genannt, liegt in einer flachen Senke, in der rötlicher Sandstein wie eine Mauer aufragt. Die Klippen leuchten vor allem bei tiefem Sonnenstand, deshalb fuhren wir am späten Nachmittag hin. Hier wurden 1923 die ersten fossilen Dinosauriereier entdeckt, und noch immer graben Paläontologen in der Umgebung. Fossilien mitzunehmen ist gesetzlich verboten, und ich ließ sogar kleine Knochenstücke liegen, die offen im Sand lagen.

Ein Museumsgelände gibt es nicht, nur ein paar Verkaufsstände und Hirten, die ihre Ziegen durch die Gegend treiben. Das hat mir gefallen, denn ich konnte frei an der Kante entlanggehen und die Schichten ansehen, ohne in einer Schlange zu stehen. Windgeschützte Ecken sind rar, weshalb ich meine Jacke anließ, auch als die Sonne noch warm war.

Für Fossilien als solche gibt es andernorts bessere Ausstellungen. Ich nahm vor Ort eher die Landschaft mit: lange Schatten, Staub in der Luft, und Stille, die nur der Wind unterbrach. In den Sommermonaten kann es hier Sandstürme geben, deshalb packte ich Kamera und Handy in verschlossene Beutel.

Khongoryn Els und die singenden Dünen

Der Dünenkamm ist rund 180 Kilometer lang, bis zu 300 Meter hoch und macht Geräusche, wenn der Sand ins Rutschen kommt.

Die Mongolen nennen die Dünen Duut Mankhan, singender Sand. Reisehandbüchern zufolge dauert die Fahrt von Dalanzadgad mit einem Geländewagen etwa zwei Tage, bei mir kam noch eine Übernachtung in einem Camp am Rand der Dünen dazu. Als ich ankam, wirkte der Kamm zuerst klein, weil nichts daneben stand, das ihm einen Maßstab gibt. Erst beim Aufstieg merkte ich, wie weit er reicht.

Der Weg auf die höchsten Dünen kostet Kraft. Bei jedem Schritt rutscht der Sand zurück, und ich brauchte für die letzten Meter länger als für den ganzen Rest davor. Oben fegte der Wind über den Kamm, und das Geräusch, das der Sand dabei machte, erinnerte mich an ein fernes, tiefes Brummen.

Am Fuß der Dünen liegt ein grüner Streifen mit Wasser und Weiden, wo Kamele und Ziegen grasen. Die Kamele gehören Hirten, es sind also keine wilden Tiere. Wilde Trampeltiere, Schneeleoparden und Gobi-Bären gelten als sehr selten und lassen sich nur mit erfahrenen Führern und langen Beobachtungstagen aufspüren. Ich ritt am Abend eine Stunde auf einem Hauskamel und war froh über meinen Schal gegen den Staub.

Nomadenfamilien und die Sitten im Ger

Ein Besuch bei Hirten gehört zur Gobi, und er verläuft nach Regeln, die man vorher kennen sollte.

Viele Familien in der Gobi leben vom Hüten von Ziegen, Schafen, Kamelen und Pferden. Kaschmir spielt dabei eine große Rolle: Die Mongolei liefert etwa 40 Prozent der weltweit gewonnenen Rohwolle, und im Frühjahr, im April und Mai, wird das Fell der Ziegen ausgekämmt. Manche Familien nehmen Gäste auf und zeigen die Arbeit. Ich wurde bei einer solchen Familie zum Tee eingeladen, vermittelt von meinem Fahrer.

Im Ger gelten Anstandsregeln, die für mich neu waren. Gegenstände nimmt man mit der rechten Hand an, die Handfläche zeigt nach oben. Auf die Schwelle tritt man nicht, an den tragenden Stützen lehnt man sich nicht an, und im Zelt wird nicht gepfiffen. Mit dem Zeigefinger auf etwas zu deuten gilt als unhöflich, ins Feuer wirft man nichts, weil es als heilig gilt. Angebotenes lehnt man nicht ab, ein kleiner Bissen oder ein Schluck reicht.

Zuerst gab es Milchtee und getrocknete Snacks, später Airag, vergorene Stutenmilch. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, sauer und leicht prickelnd, und ich trank vorsichtig. Als Dank brachte ich Süßigkeiten für die Kinder und Tee mit, Trinkgeld im engeren Sinn wird bei Familien nicht erwartet. Nur Reiseführer und Fahrer freuen sich meist über einen Zuschlag am Ende der Tour.

Klima und Reisezeit für die Gobi Reise

Die Saison ist kurz, und wer im falschen Monat fährt, bekommt entweder Gluthitze oder zugefrorene Pisten.

Befahrbar und angenehm genug ist die Gobi ungefähr von Mitte Mai bis Ende September. Juni und September gelten als beste Monate, weil die Temperaturen angenehm bleiben und die Landschaft nach dem Regen etwas Grün zeigt. Die Hochsommermonate Juli und August bringen starke Hitze, dazu gelegentlich Sandstürme. Ich war im Frühsommer unterwegs und erlebte Mittagstemperaturen, bei denen ich im Schatten des Jeeps Pause machte.

Im Winter liegen die Werte um minus 25 Grad, und einzelne Pisten sind dann unpassierbar. Dünen im Schnee wären ein Sonderwunsch, den man mit dem Veranstalter lange vorher durchsprechen müsste. Auch im Sommer kann es nachts kalt werden, denn Wüstenluft speichert die Wärme schlecht. Ein Unterschied von 35 Grad zwischen Tag und Nacht ist laut Quellen möglich, ich selbst bin in einer Nacht mit dem Schlafsack und zwei Pullovern aufgewacht.

Zu den Fehlern, die ich anderen ersparen möchte: Ich hatte keine Mütze mitgenommen, und im Ger-Camp war es morgens überraschend kühl. Dazu kamen Sonne und trockene Luft, die meine Lippen aufplatzen ließen. Sonnencreme, Lippenpflege und ein Tuch gegen Staub gehören in jede Tasche.

Kleidung und Packliste für die Wüste

Die Gobi fordert Schichten, Staubschutz und einen Plan für leere Akkus.

Mein Gepäck passte in einen weichen Seesack, denn harte Koffer sind im Geländewagen sperrig. Dazu kam ein kleiner Tagesrucksack für Wasser, Kamera und Jacke. Am Ende war ich froh über jede Schicht, die ich dabeihatte, weil die Temperaturen zwischen Morgen und Mittag so stark wechseln. Das folgende Mindestpaket hat sich für mich bewährt:

  • Zwiebelsystem aus Funktionsshirt, Fleece und winddichter Jacke
  • Mütze, Sonnenhut, Sonnenbrille und Schal gegen Staub
  • Feste Schuhe mit gutem Profil für Sand und Geröll
  • Schlafsack für kalte Nächte im Camp, falls nicht gestellt
  • Powerbank, Stirnlampe und Ersatzakkus
  • Feuchttücher, Sonnencreme, Lippenpflege
  • Wasserflaschen, Tabletten zur Wasseraufbereitung und Reiseapotheke

Die Kamera schützte ich mit einem Beutel und wechselte Objektive nur im Fahrzeug, weil feiner Staub überall hineinkommt. Bargeld in Tögrög hatte ich in kleinen Scheinen dabei, denn in den Camps zahlt man meist bar, und Automaten sind außerhalb der Städte nicht selbstverständlich. Dazu gehörte ein Reisepass im wasserdichten Beutel.

Häufige Fragen zur Gobi Reise

Wann ist die beste Reisezeit für die Gobi?
Als beste Monate gelten Juni und September. Sie liegen innerhalb der Saison zwischen Mitte Mai und Ende September, während Juli und August Hitze und Sandstürme mitbringen.
Wie viele Tage brauche ich für die Südgobi?
Als Untergrenze nennen Reiseführer sechs Tage. Für abgelegene Orte wie das Nemegt-Becken solltest du neun bis zehn Tage einplanen und mit mehreren Stunden Fahrt rechnen.
Ist die Gobi eine reine Sandwüste?
Nein, Sand macht in der mongolischen Gobi nur etwa 3 bis 5 Prozent der Fläche aus. Der Rest besteht überwiegend aus Fels, Geröll und steinigem Steppenland.
Kann ich in der Gobi das Wasser aus der Leitung trinken?
Nein, Leitungswasser gilt in der Mongolei als nicht trinkbar. Kaufe Wasser in großen Kanistern oder Flaschen und nimm im Fahrzeug immer einen Vorrat mit.
Gibt es in der Gobi Handyempfang?
Nur punktuell. Ortschaften sind laut Reiseführern abgedeckt, auf den Strecken dazwischen und in Camps meist nicht. Offline-Karten und ein Fahrer mit Ortskenntnis sind deshalb wichtiger als ein Datentarif.

Georgien Verhaltensregeln und Sitten für Urlauber

Die Georgien Verhaltensregeln lassen sich auf einen Grundgedanken bringen: Gäste gelten im Land als Geschenk Gottes, und wer das zu würdigen weiß, wird mit offenen Armen empfangen. Respekt vor Kirche, Familie und Tischkultur zählt mehr als jede einzelne Vorschrift. Als Faustregel hilft dir: lieber zurückhaltend kleiden, höflich zuhören und Einladungen annehmen, statt sie abzulehnen. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie das im Detail aussieht, von der ersten Begrüßung bis zum langen Festmahl.

Georgien Knigge bei der Begrüßung

Das georgische Wort für Hallo lautet „Gamarjoba“, und du hörst es in Läden, Cafés und Gästehäusern ständig. Wenn du es selbst benutzt, noch dazu mit einem Lächeln, wirst du spürbar freundlicher behandelt. Dazu gehört ein fester Händedruck und Blickkontakt, denn Wegschauen wirkt schnell respektlos. Zwischen Männern ist der Handschlag üblich, Frauen reichen sich je nach Situation ebenfalls die Hand oder nicken freundlich.

Der Tag beginnt in Georgien später, als viele Mitteleuropäer es gewohnt sind. Die Städte bleiben morgens bis etwa 9 Uhr ruhig, und Arbeitsbeginn liegt selten vor 10 Uhr. Plane Termine mit Gastgebern, Guides oder Fahrern deshalb nicht zu früh und rechne damit, dass Verabredungen etwas locker gehandhabt werden. Zugesagte Treffen solltest du trotzdem einhalten, und wenn du absagen musst, nenne einen ehrlichen Grund.

Georgien Reisen und Gastfreundschaft im Haus

Eine Einladung nach Hause gilt als große Ehre. Du lehnst sie am besten nicht ab, es sei denn, du hast für denselben Zeitpunkt schon eine andere Einladung zugesagt, das zählt als anerkannter Grund. Ausreden wie fehlende Lust oder ein zu weiter Weg kränken den Gastgeber. Bring ein kleines Geschenk mit, etwa Süßigkeiten oder Blumen für die Gastgeberin. Bei Blumen gilt eine ungerade Zahl als richtig, gerade Zahlen sind laut Reiseratgebern Trauerfällen vorbehalten.

Essen und Getränke bringt man dagegen meist nicht mit, weil der Gastgeber selbst reichlich auftischt. Das Essen kommt in großen Mengen, und Ablehnen gilt als unhöflich. Probiere also von allem, ein Stück Khachapuri oder ein paar Chinkali gehen immer. Lobe die Gastgeber ruhig ausführlich. Mit Kritik am Land wartest du, bis ihr euch besser kennt, auch dann bleib vorsichtig.

Georgien Sitten an der Supra Tafel

Die Supra ist das traditionelle Festmahl, und sie folgt festen Regeln. Geleitet wird sie vom Tamada, dem Tischmeister, der die Trinksprüche ausbringt und sich bei Bedarf einen Stellvertreter wählt. Getrunken wird erst nach seinem Spruch. Möchtest du selbst etwas sagen, bittest du zuerst um das Wort. Die Sprüche gelten Gästen, Kindern, Verwandten, Verstorbenen oder dem Land und werden ernst genommen, also halte dein Glas mit beiden Händen und schau den Sprecher an.

Ein solches Essen dauert in der Regel mehrere Stunden. Früher gehen kannst du, wenn du die Runde nicht stören willst, nur nach einem fröhlichen Trinkspruch, nach einem traurigen nicht. Bitte dann den Tamada um das Wort und sage zum Abschied „Daschla Armaschla“. Trinkst du aus religiösen Gründen nicht mit, etwa als Muslim, wirst du laut Reisehandbüchern ohne Probleme akzeptiert. Sag das freundlich und früh, bevor das erste Glas eingeschenkt ist.

Georgien Umgangsformen beim Trinken

Wein gehört in Georgien zum Selbstverständnis, und eine Ablehnung kann leicht als Beleidigung ankommen. Hast du einen guten Grund, etwa die Autofahrt oder eine Krankheit, sprich ihn offen aus. Nimmst du das Glas an, solltest du wissen, dass es selten bei einem oder zwei bleibt. Nach jedem Spruch trinkt man einen Schluck, und niemand erwartet, dass du das Glas jedes Mal leerst. Teile dir die Menge also ein und lass nebenbei Wasser und Brot bereitstehen.

Am Steuer gilt in Georgien eine Grenze von 0,0 Promille. Nach einem Fest am Abend fährst du nicht mehr selbst, sondern nimmst ein Taxi oder lässt sich fahren. Politik, Religion, Abchasien, Südossetien und das Verhältnis zu Russland sind Themen, die bei Alkohol schnell hitzig werden. Halte dich dort zurück und frag lieber nach dem Essen, den Familien und dem Wein, damit bleibt die Stimmung gut.

Georgien Verhalten in Kirchen und Klöstern

Die orthodoxe Kirche prägt das Land, und viele Klöster sind aktive Orte des Glaubens und keine bloßen Ausflugsziele. Betrittst du eine Kirche, nimm Hut oder Kappe ab, sprich leise und schalte das Handy lautlos. Während eines Gottesdienstes bewegst du dich ruhig am Rand oder hinten und gehst nicht durch die Mitte. Kreuzschlagen oder andere Rituale musst du nicht nachahmen, wenn es nicht deine Tradition ist. Respekt zählt hier mehr als Nachahmung.

Am Eingang verkaufen kleine Stände Kerzen aus Bienenwachs, manchmal gegen einen kleinen Betrag auf Vertrauensbasis. Es gibt häufig getrennte Ständer für Lebende und Verstorbene. Schau, was die Einheimischen tun, oder frag leise nach, und lass es sein, wenn du dir nicht sicher bist. Frauenklöster und abgelegene, aktive Klöster nehmen es strenger als große, bekannte Kirchen. Weist dich jemand an, die Kleidung zu richten, folge der Bitte ohne Diskussion.

Georgien Verhaltensregeln bei der Kleidung

Im täglichen Leben kleidet man sich in Georgien leger, aber gepflegt. Männer tragen auch im Hochsommer meist keine kurzen Hosen, vor allem nicht in der Stadt und in Kirchen. Frauen verzichten besser auf tiefe Ausschnitte und sehr kurze Röcke. In Tiflis, Batumi und an den Stränden des Schwarzen Meeres geht es lockerer zu, auf dem Land und in den Bergdörfern fällst du in knapper Kleidung dagegen schnell unangenehm auf.

Für Kirchen gilt eine strengere Regel. Männer brauchen lange Hosen und mindestens ein kurzärmeliges Shirt. Frauen decken Schultern, Knie und das Haar ab, und ein leichtes Tuch über dem Kopf reicht meist aus. Manche Kirchen leihen Tücher oder Wickelröcke aus, verlassen kannst du dich darauf jedoch nicht, also pack ein eigenes Tuch in den Tagesrucksack. Die Durchsetzung schwankt, an manchen Orten wird der Eintritt verwehrt.

Georgien Knigge beim Fotografieren

Draußen kannst du in Georgien meist ungehindert fotografieren, Landschaften, Märkte und Burgen sind kein Problem. In Kirchen entscheidet jedes Haus selbst, ob Innenaufnahmen erlaubt sind. Blitzlicht ist überall tabu, und während eines Gottesdienstes bleibt die Kamera in der Tasche. Betende zu filmen oder Rituale aufzunehmen, wird als aufdringlich empfunden. Im Zweifel fragst du leise nach oder lässt das Foto weg.

Menschen fotografierst du am besten erst nach einem Blickkontakt und einem Nicken. Bei Gastgebern, Marktfrauen oder Hirten im Gebirge entsteht meist ein kleines Gespräch, und aus dem Gespräch ein Bild, über das sich alle freuen. Für Kinder gilt, dass du kurz die Eltern fragst. Erlaubnisschilder an Militärgebäuden und Grenzanlagen nimmst du ernst. Dort fotografiert man nicht, auch wenn die Aussicht verlockt.

Georgien Reisen und das Drogenrecht

Beim Thema Cannabis lohnt ein genauer Blick, denn die Lage ist verwirrend. Nach einem Urteil des Verfassungsgerichts vom 30. Juli 2018 ist Konsum und Besitz nicht mehr strafbar. Verkauf und Anbau im großen Stil bleiben aber verboten, ebenso der Konsum in der Öffentlichkeit und in Gegenwart von Kindern. Vor dem Urteil drohten Konsumenten bis zu 14 Jahre Haft, und Gesetze in diesem Bereich ändern sich. Prüfe den aktuellen Stand deshalb vor der Reise bei den Behörden.

Als Tourist ist es klüger, die Finger ganz davon zu lassen. Du kennst weder die Mengen, die toleriert werden, noch weißt du, wie eine Kontrolle ausfällt. Berichte nennen zudem Drogentests durch die Polizei. Alkohol bis vier Liter darf zollfrei eingeführt werden, dazu kommen 400 Zigaretten oder 50 Zigarren. Beachte außerdem, dass Rauchen in der Öffentlichkeit eher schief angesehen wird, nutze dafür ausgewiesene Bereiche.

Georgien Sitten bei Paaren und heiklen Themen

Georgien ist konservativ, vor allem außerhalb von Tiflis. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, etwa Küsse, sind unüblich, und in ländlichen Bergregionen halten sich auch heterosexuelle Paare zurück. Homosexualität ist nicht strafbar, wird in der Öffentlichkeit jedoch abgelehnt. Gleichgeschlechtliche Paare haben laut Reisehandbüchern wenig zu befürchten, sollten sich aber diskret verhalten und das Thema im Gespräch nicht von sich aus ansprechen.

Auch sonst gibt es Gesprächsthemen, die du meiden solltest. Das gilt für Politik, Religion und die Beziehung zu Russland genauso wie für die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien. Interesse an der Geschichte, an Weinbau, Küche oder Musik kommt dagegen gut an. Zeig die Fußsohlen nicht beim Sitzen und zeig auf Dinge mit der ganzen Hand statt mit dem ausgestreckten Zeigefinger, so vermeidest du kleine Missverständnisse.

Georgien Umgangsformen im Restaurant und im Taxi

In Restaurants wird meist ein Servicezuschlag von 10 Prozent erhoben. Er steht nicht immer auf der Karte oder der Rechnung, ist aber kein Betrug. In Cafés lassen manche Gäste zusätzlich etwas liegen, wenn der Service gut war. Beim Bezahlen übernimmt in der Regel der, der zum Essen eingeladen hat. Getrennte Rechnungen sind unüblich. Allein reisende Gäste setzt man gelegentlich zu anderen an den Tisch, was freundlich gemeint ist.

Taxis haben in Tiflis, Kutaissi und Batumi meist keinen Taxameter, deshalb vereinbarst du den Preis vorher. Innerhalb der Stadt kostet eine Fahrt laut Wikivoyage meist etwa 5 Lari, zum Flughafen Tiflis ab etwa 20 Lari. Auf Märkten ist respektvolles Handeln üblich, bleib dabei freundlich und lächle. Größere Beträge wie bei Hotels oder Autos werden häufig in US-Dollar genannt, frag also nach der Währung.

Georgien Verhalten in den Bergen und beim Trampen

In den Bergregionen wie Tuschetien, Chewsuretien oder Swanetien sind Hotels selten, dafür gibt es viele Privatunterkünfte. Sie sind meist schlicht, manchmal ohne Bad und mit Plumpsklo im Garten. Verhalte dich dort wie in einem fremden Haus: Schuhe ausziehen, wenn die Gastgeber es tun, leise sein, wenn die Familie schläft. Wildes Campen mit Lagerfeuer ist erlaubt, solange du nicht auf Privatgrund stehst. Nimm deinen Müll wieder mit.

Trampen ist im Bergland üblich. Als Mitfahrer zahlst du meist ein paar Lari zu den Spritkosten, manchmal wird auch nichts verlangt. Biete das Geld immer an. Außerhalb der Städte ist es schwierig, eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen, denn Marschrutkas fahren erst ab, wenn sie voll sind. Viele Bergstraßen, etwa nach Tuschetien, sind nur mit Geländewagen befahrbar, und Feste mit Pferderennen finden häufig um hohe kirchliche Feiertage statt.

Moldau Reise zwischen Weinkellern, Orheiul Vechi und Chișinău

Meine Moldau Reise führte mich in ein kleines Land zwischen Rumänien und der Ukraine, in dem Wein unter der Erde lagert, Klöster in Felswänden stecken und Gastgeber den Tisch immer zu voll decken.

Moldau hat rund 2,6 Millionen Einwohner und keinen Zugang zum Meer. Der tiefste Punkt ist der Dnister mit 2 Metern über dem Meeresspiegel, der höchste der Hügel Bălănești mit 430 Metern. Von Gebirge kann also keine Rede sein. Genau das prägt die Landschaft: sanfte Hänge, Rebzeilen bis zum Horizont und Dörfer, die sich in Täler ducken.

Ich war mehrere Tage unterwegs und hatte mir drei Ziele vorgenommen: die Hauptstadt Chișinău, die riesigen Weinkeller vor ihren Toren und das Felskloster Orheiul Vechi im Nordosten. Alles liegt so nah beieinander, dass Tagesausflüge von einem einzigen Quartier aus reichen. Lange Etappen gab es nicht.

Ein Moldau Urlaub gleicht keinem Strandurlaub und keiner Städtetour mit Schlangen vor den Museen. Eher besteht er aus Ausflügen, langen Mittagessen und Abenden bei einem Glas Rotwein. Im Text findest du meine Route, Zahlen aus Reisehandbüchern und ein paar Fehler, die du dir sparen kannst.

Meine Moldau Reise beginnt in Chișinău

Chișinău wirkt auf den ersten Blick grau, doch zwischen Sowjetblöcken stehen Kirchen, Parks und ein Triumphbogen aus der Zarenzeit.

Gelandet bin ich am Flughafen Chișinău (KIV). Laut Wikivoyage fliegen ihn unter anderem Maschinen aus Bukarest, Budapest, Istanbul, München und Wien an, die Preise gelten als eher hoch. Günstiger geht es mit dem Bus: Aus Bukarest fahren täglich fünf bis sechs Verbindungen, die Strecke zieht sich über rund zehn Stunden. Auch ein Nachtzug aus Rumänien verkehrt täglich.

Im Stadtgebiet leben gut 567.000 Menschen, in der gesamten Gemeinde waren es beim Zensus 2024 genau 720.128. Mehr als 74 Prozent der Haushalte wohnen in Bauten aus den Jahren 1951 bis 1990. Das erklärt die langen Reihen der Chruschtschowkas, die du von jeder größeren Straße aus siehst.

Zu Fuß bin ich vom Triumphbogen von 1840 zur Geburtskathedrale gelaufen, die zwischen 1830 und 1836 entstand. Das Denkmal für Stefan den Großen stammt von 1927. Das Museum für Ethnografie und Naturgeschichte im maurischen Stil fällt sofort ins Auge, selbst wenn du nur daran vorbeigehst.

Plane Wetter ein: Im Sommer liegen die Tageshöchstwerte im Schnitt bei etwa 25 Grad, in der Innenstadt kletterte das Thermometer schon auf 35 bis 40 Grad. Im Winter fällt die Temperatur selten unter minus 10 Grad.

Mileștii Mici und Cricova unter der Erde

Vor den Toren der Hauptstadt fuhr ich mit dem eigenen Auto in einen stillgelegten Kalksteinbruch, in dem heute Millionen Flaschen schlafen.

Mileștii Mici war einst ein Steinbruch, bis man ihn Ende der 1960er Jahre aufgab. Heute reihen sich dort laut Reisehandbuch mehr als 200 Kilometer unterirdische Straßen aneinander. Je nach Quelle lagern zwischen anderthalb und fast zwei Millionen Flaschen darin, und das Guinness Buch führt die Sammlung als größte der Welt nach Flaschenzahl.

Eine Führung nimmt rund 60 Minuten in Anspruch. Du fährst im eigenen Auto oder auf dem Rad hinter einem Guide her, vorbei an den wertvollsten Jahrgängen, bis zu einem Verkostungsraum etwa 60 Meter unter der Oberfläche. Unten bleibt es bei 12 bis 14 Grad und 85 bis 95 Prozent Luftfeuchte. Eine Jacke gehört auch im August ins Gepäck.

Cricova liegt nur etwa 15 Minuten von Chișinău entfernt. Der Bestand ist kleiner, doch die Tunnel ziehen sich über rund 120 Kilometer. Beide Keller an einem Tag zu besuchen, habe ich bleiben lassen. Zwei Verkostungen hintereinander, und du darfst nicht mehr ans Steuer.

Frag vorab nach Terminen, Sprachen der Führung und Preisen. Das ändert sich, und ohne Anmeldung stehst du womöglich vor verschlossenem Tor.

Orheiul Vechi und das Dorf Butuceni

Rund 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt hängt ein Höhlenkloster über dem Fluss Răut, und der Weg dorthin ist fast so schön wie das Ziel.

Ich bin mit der Marshrutka gefahren. Sie startet am zentralen Busbahnhof, laut Wikivoyage gibt es sechs Verbindungen am Tag, die Fahrt dauert rund eine Stunde. Setz dich auf der Hinfahrt nach rechts, dann hast du den besseren Blick ins Tal. Beachte die Rückfahrt: Der letzte Bus fährt etwa um 16:15 Uhr, im Sommer um 18:20 Uhr. Danach steckst du fest.

Das Kloster entstand in den Kalkfelsen, je nach Quelle im 13. oder 15. Jahrhundert. Vom Parkplatz geht es kurz bergauf. Innen warten eine kleine Kapelle, enge Gänge und neun Steinzellen, in denen Mönche lebten. Es ist dunkel, und Fotos waren bei meinem Besuch nicht erlaubt. Draußen stehen ein Glockenturm und ein großes Steinkreuz mit Aussicht über das Tal.

Auf dem Kamm steht die Kirche der Geburt der Gottesmutter aus dem frühen 20. Jahrhundert, noch heute in Gebrauch. In Butuceni, unten im Dorf, liegt das Besucherzentrum nahe der Brücke. Der Eintritt beträgt laut Reiseführern 15 bis 20 Lei. Ein Museum im Haus Nummer 15 zeigt einen Haushalt des 19. und 20. Jahrhunderts, und die Reste der Tatarenbäder stammen aus dem 14. Jahrhundert.

Im Winter und Frühjahr weht es im Tal kalt und windig. Im Hochsommer gibt es kaum Schatten, also gehören Sonnenschutz und Wasser in den Rucksack.

Essen und Trinken zwischen Mămăligă und Divin

Moldauisches Essen ist sättigend und ehrlich, und fast jedes Gericht passt zu einem Glas Wein.

Die bekannteste Speise ist Mămăligă, ein fester Maisbrei. Er kommt als Beilage zu Eintöpfen und Fleisch auf den Tisch, oder mit Weichkäse, Sauerrahm und Grieben obendrauf. Dazu gehört Zeamă, eine Hühnersuppe mit Fleisch. Sarmale, mit Hackfleisch gefüllte Kohlblätter, kommen vor allem an Feiertagen auf den Tisch.

Plăcinte sind gefüllte Teigtaschen, deren Füllung von Käse über Obst und Gemüse bis zu Walnüssen reicht. Ich habe sie warm an einem Stand probiert und danach kein Mittagessen mehr gebraucht. Brânză, ein Käse aus der Salzlake, steht als regionale Spezialität auf vielen Karten.

In Butuceni kochte ein Resort auf offenem Feuer. Ich nahm Plăcinte, einen Kuchen namens Baba Neagră, den Hauswein und hausgemachten Fruchtsaft zum Nachtisch. Der Wein gilt laut Wikivoyage als hervorragend und im Vergleich zu anderen Ländern günstig. Divin, der heimische Weinbrand, macht den Abend lang.

Beim Wasser bleibe ich vorsichtig: Leitungswasser kann laut Reisehinweisen durch Chemikalien aus der Landwirtschaft belastet sein. Kaufe Flaschenwasser für Trinken und Zähneputzen.

Interessante Fakten zu Wein und Land

Moldau ist klein, aber beim Wein spielt das Land eine Rolle, die zu seiner Größe nicht passen will.

Auf 148.500 Hektar wachsen Reben. Davon dienen 107.800 Hektar der gewerblichen Produktion, die übrigen 40.700 Hektar sind Dorfgärten für den Wein der Familie. Im Jahr 2022 gingen 60 Prozent der Weinproduktion in die EU, insgesamt erreichte er 75 Länder.

Zu den Rebsorten gehören die roten Fetească Neagră und Rară Neagră sowie die weiße Fetească Albă. Rară Neagră begründete im 18. Jahrhundert den Ruf von Purcari, einer der ältesten Kellereien des Landes, und wächst noch heute auf rund 170 Hektar, die meisten davon rund um Purcari. Im bekannten Negru de Purcari steckt sie als Verschnittpartner.

Schmerzhaft war das Jahr 2006. Nach einem diplomatischen Streit verhängte Russland ein Embargo gegen moldauische und georgische Weine. Russland hatte damals 80 Prozent der Exporte abgenommen, und das Verbot dauerte zwei Jahre.

Jeden Oktober feiert Chișinău ein Weinfest. Zum Nationalen Weintag rechneten die Veranstalter bei der 22. Ausgabe mit mehr als 100.000 Besuchern. Im Herbst triffst du also auf ein Land in Feierlaune, und Quartiere sind dann vermutlich knapper.

Geld, Trinkgeld und Verkehrsmittel

Moldau ist günstig, doch ohne kleine Scheine und etwas Planung kommst du schnell ins Stocken.

Die Währung ist der Moldauische Leu. Im Januar 2023 entsprach ein Euro etwa 20 Lei. Der Kurs ändert sich, also prüfe ihn vor der Abreise. In Chișinău kostet die Marshrutka 3 Lei, der Oberleitungsbus 6 Lei. Bezahlt wird beim Einsteigen, am besten passend.

Die privaten Minibusse sind das schnellste Verkehrsmittel auf lokalen Strecken. Für Überlandfahrten gibt es Busse: Nach Odessa dauert es etwa fünf Stunden bei rund 90 Lei, es fahren bis zu 20 Busse am Tag. Nach Bukarest sind es rund zehn Stunden.

Trinkgeld ist in Moldau nicht üblich. Ich habe in Restaurants trotzdem aufgerundet, und niemand schaute irritiert. Mehr als ein paar Lei erwartet keiner.

Mein Fehler: Ich hatte am ersten Tag nur große Scheine dabei. Das Wechselgeld im Minibus war ein Drama. Hebe am Automaten besser gleich kleinere Beträge ab oder wechsle am Flughafen, und halte Münzen für die Fahrten bereit.

Verhaltensregeln in Moldau

Die Menschen sind freundlich, doch ein paar Regeln helfen, Ärger und Missverständnisse zu vermeiden.

An religiösen Stätten gilt konservative Kleidung. Shorts sind verboten, Frauen bedecken in Klöstern und Kirchen den Kopf. Ich hatte ein Tuch dabei und war froh darüber. Im Höhlenkloster Orheiul Vechi frage ich vor jedem Foto, denn das Fotografieren war bei meinem Besuch untersagt.

Als EU-Bürger darfst du dich laut Wikivoyage bis zu 90 Tage innerhalb von sechs Monaten ohne Visum aufhalten. Trage den Reisepass bei dir und notiere dir die Nummer deiner Botschaft. Betrunkene, vor allem nachts, sind keine Seltenheit. Geh höflich weg, das reicht meist.

Polizei und Grenzbeamte gelten laut Reisehinweisen teilweise als bestechlich, die allgemeine Kriminalität ist niedrig. Bleibe ruhig und freundlich. Online geknüpfte Bekanntschaften sind eine bekannte Betrugsmasche, also überweise niemandem Geld.

Zu Transnistrien und zu Gebieten nahe der ukrainischen Grenze gibt es Reisewarnungen, wegen des Krieges in der Ukraine. Lies vor der Abreise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Moldau stempelt keine Ausreise aus Transnistrien, du musst also womöglich den fehlenden Einreisestempel erklären.

Bhutan Verhaltensregeln und Sitten für Reisende

Bhutan ist ein buddhistisches Königreich im Himalaya, in dem Religion, Tradition und Alltag eng zusammenhängen. Wer die Bhutan Verhaltensregeln beachtet, begegnet Einheimischen mit Respekt und wird in der Regel mit Offenheit belohnt. Die Faustregel lautet: Kleide dich in Klöstern bedeckt, bewege dich ruhig und frage lieber einmal mehr, bevor du fotografierst oder etwas anfasst.

Bhutan Verhaltensregeln
Punakha Dzong in Bhutan. Foto: Arian Zwegers, CC BY 2.0, via Flickr

Bhutan Knigge bei der Begrüßung

Gegrüßt wird mit einem leisen „Kuzuzangpo la“ und einem sanften Kopfnicken. Älteren Menschen, Mönchen und angesehenen Personen begegnest du mit gefalteten Händen vor der Brust. Die Silbe „la“, die an viele Sätze angehängt wird, zeigt Respekt und gehört zur höflichen Sprache.

Laute Begrüßungen und herzliche Umarmungen sind unüblich, ein freundliches Lächeln dagegen immer willkommen. Warte ab, wie dein Gegenüber grüßt, und richte dich danach. Wer ein paar Worte der Landessprache probiert, bekommt dafür meist ein herzliches Echo, auch wenn die Aussprache holpert. Bei offiziellen Anlässen oder Festen kann dir außerdem ein weißer Schal gereicht werden, den du mit beiden Händen und einem Nicken annimmst.

Kleidung für Männer und Frauen

In Städten und beim Sightseeing bedeckst du Schultern und Dekolleté, Shorts und Röcke reichen mindestens bis zum Knie. Männer wie Frauen sind gleichermaßen gemeint. Viele Bhutaner tragen im Alltag die Nationaltracht, Männer den Gho, Frauen die Kira, und freuen sich, wenn Besucher das respektieren.

Für Dzongs und Klöster gelten strengere Regeln. Diese Punkte solltest du vor dem Besuch beachten:

  • Lange Hose oder langer Rock statt Shorts.
  • Oberteil mit Ärmeln, Schultern bedeckt.
  • Mütze oder Hut vor dem Betreten von Höfen und Gebäuden abnehmen.
  • Schuhe vor Schreinräumen ausziehen.

In den Bergen ist es auch im Sommer kühl, eine Jacke und feste Schuhe gehören deshalb ins Gepäck.

Bhutan Verhalten in Dzongs und Tempeln

Vor Schreinräumen, Tempeln und Wohnhäusern ziehst du die Schuhe aus. Bewege dich leise und störe keine Gebete. Zeige nicht mit dem Finger auf Menschen oder heilige Gegenstände, sondern nutze die offene Hand, das gilt als höflicher.

Berühre keine Statuen, Texte oder Altargegenstände, es sei denn, du wirst dazu eingeladen. Auch Opfergaben lässt du, wie sie sind, und verschiebst sie nicht für ein Foto. Dzongs sind zugleich Klöster und Verwaltungssitze, deshalb herrscht dort oft ein reges Treiben. Beobachte, wie sich die Einheimischen verhalten, und passe dich an. Plane genug Zeit ein, denn viele Anlagen haben feste Besuchszeiten und schließen über Mittag.

Gebetsmühlen, Chörten und Manimauern

Gebetsmühlen drehst du im Uhrzeigersinn. Genauso verfährst du bei Chörten, Stupas und Manimauern, die du so umrundest, dass sich das Bauwerk zu deiner Rechten befindet. Die Richtung ist verbindlich, auch wenn sich niemand daran stört, wenn du sie einmal vergisst.

Setz dich nicht auf Chörten, Manisteine oder verzierte Tempelstufen, und lehne dich nicht an. Auch auf Opfergaben, die auf Mauern oder Altären liegen, steigst du nicht und trittst nicht darüber. Wer unsicher ist, geht lieber einen Bogen und bleibt auf dem Weg, den auch Einheimische benutzen. Das spart Missverständnisse. Kinder, die mitlaufen, sind kein Problem, erkläre ihnen die Richtung einfach mit einer Geste.

Bhutan Sitten beim Fotografieren

Hol dir die Erlaubnis, bevor du Menschen, Mönche oder Zeremonien fotografierst. Eine Geste mit der Kamera genügt meist, und ein Nein wird ohne Diskussion akzeptiert. Besonders bei religiösen Festen, bei denen Gläubige im Mittelpunkt stehen, ist das wichtig.

In Tempeln und Dzongs ist Fotografieren im Innenraum häufig nicht erlaubt. Achte auf Schilder und frage deinen Guide, der die Regeln des jeweiligen Orts kennt. Außen sind Aufnahmen meist möglich, doch auch dort gilt: kein Blitz bei Gebeten, keine Drohnen ohne Genehmigung, und Rücksicht auf alle, die gerade beten oder arbeiten. Bedanke dich nach einem Foto mit einem Lächeln, das öffnet oft ein kurzes Gespräch.

Rauchen und Tabak in Bhutan

Rauchen ist in öffentlichen Bereichen unerwünscht und in religiösen Stätten tabu. Das Land hat den Tabakverkauf stark eingeschränkt, Reisehandbücher berichten von empfindlichen Strafen bei Besitz und Konsum. Die Regeln haben sich zuletzt mehrfach geändert, informiere dich deshalb vor der Reise bei deinem Veranstalter nach dem aktuellen Stand.

Auch beim Zoll solltest du dich vorher erkundigen, was du einführen darfst und welche Mengen erlaubt sind. Wer Raucher ist, fragt Guide und Hotel nach dem sicheren Vorgehen und verzichtet im Zweifel ganz. Das ist die entspannteste Lösung, denn Ärger mit den Behörden gehört nicht in den Urlaub. Wer Fragen hat, schreibt dem Veranstalter vorab eine kurze Nachricht.

Bhutan Umgangsformen im Alltag

Gib und nimm Dinge mit beiden Händen, egal ob Geld, Geschenke oder Tee. So zeigst du Respekt. Winke nicht mit dem Finger, um jemanden heranzuholen, sondern rufe den Namen oder winke sanft mit der Hand.

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit solltest du vermeiden, vor allem an religiösen Orten. Laute Gespräche und Hektik sind unerwünscht, denn Gelassenheit wird geschätzt. Verspätungen und geänderte Pläne sind normal. Wer ruhig bleibt und nachfragt, kommt weiter als jemand, der drängt, und sammelt bei den Menschen vor Ort gute Eindrücke. Humor und Freundlichkeit ersetzen dabei jedes Wörterbuch.

Bhutan Verhalten bei Einladungen und beim Essen

Gastgeschenke sind nicht Pflicht, aber willkommen. Eine Kleinigkeit wie Obst oder Süßigkeiten kommt gut an. Wenn du in ein Haus eingeladen wirst, lässt du die Schuhe draußen und wartest, bis dich der Gastgeber zum Essen auffordert, besonders wenn Ältere dabei sind.

Probiere von jedem Gericht eine kleine Portion und nimm dir nicht mehr, als du isst, damit nichts übrig bleibt. Tee, auch Buttertee, nimmst du an, wenn er angeboten wird. Damit würdigst du die Gastfreundschaft. Ein offenes Lob für das Essen freut jede Familie, und ein bescheidenes Nachfragen nach dem Rezept noch mehr.

Bhutan Respekt vor Königshaus und Symbolen

Die Königsfamilie genießt im Land große Verehrung, und Bilder des Königs hängen in vielen Häusern und Läden. Äußere dich respektvoll über sie, mach keine Scherze über das Königshaus und behandle Nationalsymbole wie Flagge oder Porträts mit Achtung.

Auch gegenüber religiösen Führern und Mönchen zeigst du Respekt. Wenn sie sprechen oder lehren, hörst du zu und unterbrichst nicht. Wer Fragen zur Geschichte oder zum Alltag hat, stellt sie ruhig und neugierig, aber ohne Kritik. Bhutaner erzählen gern von ihrem Land, wenn Besucher ehrliches Interesse zeigen. Wer an einer Zeremonie teilnimmt, steht auf, wenn alle aufstehen, und hält sich an die Abläufe.

Natur und Müll in Bhutan

Das Land legt großen Wert auf den Schutz seiner Natur. Hinterlasse keinen Müll, auch nicht beim Wandern, und nimm Abfälle bis zur nächsten Entsorgung mit. Beschädige keine Pflanzen und lass Tiere in Ruhe.

Plastikflaschen sind unterwegs unvermeidlich, deshalb ist eine wiederbefüllbare Flasche die bessere Wahl. Auf Treks und in Schutzgebieten gelten zusätzliche Regeln, die dein Guide vor Ort erklärt. Halte dich an Wege und Absperrungen, denn viele Bereiche sind empfindlich. Wer die Natur schont, trägt im Sinne des Landes zur Bewahrung bei. Auf Märkten und an Straßen gilt dasselbe: Sammle deinen Müll in einer Tasche, bis du einen Behälter findest.

Bhutan Verhaltensregeln für Reisende und Guides

Als Tourist buchst du deine Reise in der Regel über einen zugelassenen Veranstalter, der auch das Visum beantragt. Dazu kommt eine tägliche Gebühr für nachhaltige Entwicklung, deren Höhe sich ändert. Frag deshalb vor der Buchung nach dem aktuellen Betrag und nach den Bedingungen.

Dein Guide ist mehr als ein Begleiter: Er kennt die Regeln der Orte, vermittelt zwischen den Kulturen und hilft bei Fragen. Folge seinen Hinweisen, vor allem in Klöstern und bei Festen. Ein kleines Trinkgeld für Guide und Fahrer ist üblich und wird geschätzt, wenn du zufrieden warst.

Caño Cristales Reise zum Fluss der fünf Farben

Meine Caño Cristales Reise führte mich zu einem Fluss in Kolumbien, dessen Grund in der richtigen Jahreszeit rot, gelb, grün und blau leuchtet und der deshalb als Fluss der fünf Farben bekannt ist.

Der Caño Cristales entspringt in der Serranía de la Macarena im Departamento Meta und mündet nach etwa 100 Kilometern in den Guayabero, einen Zufluss im Orinoco Becken. Entdeckt wurde er 1969 von einer Gruppe Viehzüchter. Zu verdanken hat er seine Farben einer Wasserpflanze, die den Flussgrund rosa bis tiefrot färbt, wenn der Wasserstand stimmt. Den Rest der Zeit sieht er aus wie ein gewöhnlicher Fluss.

Für meinen Caño Cristales Urlaub hatte ich vier Tage für diesen Abstecher reserviert. Das ist knapp, aber die Anreise ist die Hälfte der Planung: Es gibt keine durchgehende Straße, das Gebiet liegt abgelegen, und ohne gebuchte Tour kommt man nicht hinein. Wie das funktioniert, was es kostet und wann der Fluss wirklich leuchtet, steht unten.

Die Reise war weniger Abenteuer als Organisation, und genau das war gut so. Wer vorbereitet ist, verbringt die Zeit im Wasser und nicht am Telefon.

Caño Cristales Reisebericht
Wasserfall und rot gefärbtes Flussbett im Caño Cristales. Foto: Paul A Bischoff, CC BY 2.0, via Flickr

Anreise nach La Macarena

Der schnellste Weg zum Fluss führt per Flug nach La Macarena, und ohne zugelassene Agentur und einheimischen Führer kommt niemand an den Fluss.

Die Wege auf dem Landweg sind weit, deshalb fliegen fast alle Besucher. Verbindungen starten laut kolumbianischen Reiseportalen in Bogotá, Medellín und Villavicencio und dauern ungefähr eine Stunde. Ich habe den Flug über die Agentur gebucht, die auch die Genehmigungen beantragt hat. Wer es allein versucht, scheitert in der Regel schon an den Bestätigungen.

In La Macarena beginnt der eigentliche Ausflug. Vom Ort geht es per Geländewagen und Boot über den Guayabero zu den Zugangspunkten, die letzten Kilometer laufen oder reiten Besucher. Die Gruppen sind klein, höchstens sieben Personen pro Führer. Alles läuft nach einem festen Plan, und das hat einen Grund: Der Fluss ist empfindlich, und Kolumbien will verhindern, dass er überrannt wird. Wegen der Lage in der Region war er jahrelang gesperrt, seit 2009 ist er wieder für Besucher zugänglich.

Beste Reisezeit für den Fluss der fünf Farben

Die Farben zeigen sich nur in der Zeit zwischen Regen und Trockenheit, in der Regel von Juni bis November.

Entscheidend ist der Wasserstand. In der Regenzeit fließt der Fluss zu schnell und zu tief, die Pflanzen am Grund bekommen nicht genug Licht, und die Farben bleiben verborgen. In der Trockenzeit fehlt das Wasser, und der Zutritt ist ganz verboten. Die Besuchersaison beginnt laut kolumbianischen Medien im Juni und endet Ende November oder in den ersten Dezembertagen.

Ich war im Oktober vor Ort, in der Mitte der Saison. Die Pflanzen waren leuchtend rot, das Wasser klar, und an manchen Becken sah man gelbe Sandflächen und grüne Algen daneben. Auf Fotos sieht es manchmal bearbeitet aus. Vor Ort wirkt es erstaunlich echt, und doch hängt die Farbintensität vom Tag ab. Bei Bewölkung sind die Töne blasser, und nach langen Trockenphasen kann das Rot braun werden. Plan deshalb einen Puffertag ein, falls das Wetter nicht mitspielt, und buche möglichst früh, denn die Plätze sind begrenzt.

Regeln im Fluss und Umweltfreundliches Reisen

Im Wasser gelten strenge Regeln, damit die empfindliche Pflanze am Flussgrund überlebt.

Sonnencreme, Insektenschutz und Körpercreme sind in den Badebereichen verboten, weil sie die Pflanzen schädigen können. Auch Einwegplastik wird auf den Wegen nicht geduldet, du nimmst eine wiederverwendbare Flasche mit. Übernachten und Kochen im Gebiet sind ebenfalls nicht erlaubt. Baden darfst du nur an ausgewiesenen Stellen.

Ich habe vorab auf Creme verzichtet und stattdessen langärmlige Kleidung getragen. Das klappt auch bei Hitze, wenn die Stoffe leicht sind. Der Führer erklärt vor dem Einstieg, wo du ins Wasser darfst, und wacht darüber, dass sich alle daran halten. Steine und Pflanzen berührst du nicht, du gehst auf den markierten Wegen und lässt nichts zurück. Die Regeln wirken streng, sind aber nachvollziehbar, wenn man gesehen hat, wie dünn der rote Teppich am Flussgrund ist. Wer sich daran hält, trägt direkt dazu bei, dass der Fluss auch in Zukunft Farbe zeigt und die Gegend nicht von Besuchermassen überfordert wird.

Einreise, Gesundheit und Genehmigungen

Für den Besuch ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht, und Genehmigungen laufen über die Agentur, nicht über dich.

Die Impfung muss mindestens zehn Tage vor der Reise erfolgt sein, der Nachweis wird beim Boarding gezeigt, auf Papier oder digital. Hol dir den Termin früh, und lass dir die Bescheinigung ausstellen, bevor du buchst. Die Zugänge sind begrenzt, und die Agentur beantragt die Besuchsplätze bei der Nationalparkbehörde und bei Cormacarena, der regionalen Umweltbehörde.

Dazu kommen Gebühren. Laut kolumbianischen Quellen kostet der Eintritt für ausländische Besucher ohne Wohnsitz in Kolumbien rund 93.500 Pesos, dazu kommen Umweltgebühren der Region von etwa 35.000 bis 70.000 Pesos je nach Herkunft und Aufenthaltsdauer. Preise ändern sich jedes Jahr, deshalb frage deine Agentur nach dem aktuellen Stand. Ein Führer ist Pflicht, Transport und Bootsfahrten sind meist im Paket enthalten. Vergleiche zwei oder drei Agenturen und frage genau nach, was im Preis steckt, damit du am Ende keine versteckten Posten bezahlst. Für den Notfall solltest du eine Auslandskrankenversicherung haben, denn ärztliche Hilfe ist in der Region weit weg.

Kleidung und Packliste für den Ausflug

Leichte, lange Kleidung, feste Wasserschuhe und eine Trinkflasche sind wichtiger als Kamera und Kosmetik.

Der Weg führt durch Wald, über Felsen und durch seichtes Wasser. Ich war in einer langen, schnell trocknenden Hose, einem langärmligen Hemd und Schuhen mit festem Profil unterwegs. Badesachen trägst du am besten schon darunter, denn in den Becken kannst du an den dafür freigegebenen Stellen schwimmen. Ein Handtuch aus Mikrofaser nimmt kaum Platz weg. Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kleidung: lange, leichte Hose und langärmliges Hemd, die schnell trocknen.
  • Schuhe: feste Wasserschuhe mit gutem Profil für nasse Felsen.
  • Wasser: wiederverwendbare Flasche, keine Einwegflaschen.
  • Verboten im Fluss: Sonnencreme, Insektenschutz und Körpercremes.

Insekten gibt es im Gebiet, doch chemische Mittel sind im Wasser tabu, deshalb helfen nur Kleidung und ein Hut. Eine wasserdichte Hülle für das Handy gehört zur Ausstattung, ebenso ein kleiner Rucksack mit Proviant. Für den Rückweg brauchst du trockene Kleidung, denn nach dem Schwimmen wird es im Schatten schnell kühl. Ein Müllbeutel für deine Abfälle ist sinnvoll, weil du alles wieder mitnimmst.

Armenien Verhaltensregeln und Sitten für Urlauber

Armenien gilt als eines der gastfreundlichsten Länder der Region, und Besucher werden oft mit einem gedeckten Tisch empfangen. Wer die Armenien Verhaltensregeln kennt, versteht diese Herzlichkeit besser und tritt nicht in die üblichen Fettnäpfchen. Die Faustregel lautet: Nimm Einladungen an, kleide dich in Kirchen zurückhaltend und gehe bei Politik und Geschichte mit Respekt vor.

Armenien Verhaltensregeln
Das Kloster Khor Virap vor dem Ararat. Foto: Arian Zwegers, CC BY 2.0, via Flickr

Armenien Knigge bei der Begrüßung

Unter Freunden und in der Familie sind Wangenküsse üblich, bei der ersten Begegnung reicht ein Handschlag. Armenier schauen dir dabei in die Augen und stehen oft näher, als du es von zu Hause kennst. Das ist keine Aufdringlichkeit, sondern Teil der Nähe, die sie im Gespräch suchen.

Dass zwei Frauen Hand in Hand gehen, ist ein Zeichen von Freundschaft und hat nichts weiter zu bedeuten. Warte bei der Begrüßung ab, wie dein Gegenüber grüßt, und erwidere die Geste. Ein freundliches Lächeln und ein paar Worte Armenisch, schon ein einfaches „Barev“, öffnen viele Türen.

Kleidung für Männer und Frauen

In Jerewan und anderen Städten kleidest du dich wie in Mitteleuropa. Im Alltag fällt niemand auf, der leichte Sommerkleidung trägt. Für Besuche in Klöstern und Kirchen ist es höflich, Schultern und Knie zu bedecken.

Wer in die Berge oder in ländliche Dörfer fährt, packt außerdem feste Schuhe und eine Jacke ein, denn auf Höhe wird es auch im Sommer abends kühl. Ein leichtes Tuch oder Hemd zum Überziehen passt in jeden Rucksack und löst die Frage, was du zu Besuchen mitbringst, gleich mit. Elegante Kleidung ist bei Einladungen und Abendessen gern gesehen, weil viele Armenier Wert auf ein gepflegtes Auftreten legen.

Armenien Verhalten in Kirchen und Klöstern

Die Armenische Apostolische Kirche prägt das Land seit Jahrhunderten, und Klöster wie Geghard oder Khor Virap sind zugleich Pilgerorte und Sehenswürdigkeiten. Vermeide kurze Hosen, Miniröcke und ärmellose Oberteile. Reiseführer weisen darauf hin, dass viele Kirchen das für Touristen nicht streng durchsetzen, doch die Geste zählt.

Sprich in den Räumen leise, und lass Betenden Platz. Eine Kerze anzuzünden ist freiwillig, der Eintritt in die meisten Kirchen frei. Wer ein Foto machen möchte, hält sich zurück, wenn gerade ein Gottesdienst läuft, und beobachtet, was Einheimische tun, bevor er selbst loslegt. Wenn du ein Kloster in den Bergen besuchst, plane genug Zeit ein, denn die Wege sind oft steil und die Räume klein.

Einladung und Gastgeschenke

Wer in ein armenisches Haus eingeladen wird, bringt eine Kleinigkeit mit, am besten Schokolade, Blumen oder Süßigkeiten. Teure Geschenke wirken eher verdächtig als großzügig. Zieh beim Betreten die Schuhe aus, wenn dir der Gastgeber Hausschuhe anbietet oder die Familie selbst barfuß geht.

Plan für den Besuch Zeit ein. Eine Einladung zum Tee wird schnell zum Abendessen, und Gastgeber freuen sich, wenn du bleibst. Bedanke dich mit ein paar herzlichen Worten, und lade deinerseits ein, wenn du die Gelegenheit hast. Das gilt als selbstverständliche Geste der Gegenseitigkeit. Übertriebene Komplimente über den Reichtum des Hauses solltest du vermeiden, ein ehrliches Lob für das Essen kommt besser an.

Armenien Sitten bei Tisch und beim Essen

Gastgeber erwarten, dass du von allem probierst. Lehne Speisen nicht schroff ab, denn das kann als Beleidigung ankommen. Wer vorher nichts isst, ist im Vorteil, weil der Tisch oft üppiger gedeckt ist, als man schaffen kann.

Zweite Portionen anzunehmen gilt als Kompliment an die Köchin. Dazu gehört Brot, vor allem Lavash, das dünne Fladenbrot, das fast jede Mahlzeit begleitet. Reiche Speisen weiter und warte, bis die Älteren sich bedient haben. Wer nicht mehr kann, sagt das freundlich und lobt das Essen, statt einfach den Teller wegzuschieben. Auch Tee und Kaffee gehören nach dem Essen dazu, und wer zu früh aufbricht, wirkt schnell undankbar.

Toasts und Alkohol

Bei Festessen führt oft ein Tamada, ein Tischmeister, durch den Abend. Die Reihenfolge der Toasts variiert je nach Region und Anlass, üblich ist etwa dieser Ablauf:

  1. Der erste Toast gilt dem Tamada und seiner Familie.
  2. Danach folgt der Trinkspruch auf Armenien.
  3. Es folgen Freundschaft sowie Frauen und Kinder.
  4. Zum Schluss wird auf den Herd getrunken, der für das Wohl der Familie steht.

Auf jeden Toast folgt ein Wunsch, dass das Getränk süß sein möge, und die Gäste antworten, es sei süß gewesen. Wer nicht trinken möchte, bleibt höflich und nippt am Glas oder trinkt Wasser. Armenischer Weinbrand ist ein beliebtes Souvenir, doch Alkohol am Steuer ist keine gute Idee.

Armenien Umgangsformen im Alltag

Persönliche Fragen sind normal. Armenier wollen wissen, woher du kommst, was du arbeitest und ob du Kinder hast, und das ist nicht unhöflich gemeint. Antworte offen oder wechsle freundlich das Thema, wenn dir etwas zu privat wird.

Frauen werden traditionell mit Ritterlichkeit behandelt, Männer zahlen oft die Rechnung, öffnen Türen und tragen Gepäck. Ältere haben im Bus oder in der Bahn Vorrang, bietet ihnen den Sitzplatz an. Dass Menschen dich anstarren, bedeutet meist Neugier und keine Feindseligkeit. Pünktlichkeit wird locker gehandhabt, ein Treffen kann also später beginnen, als vereinbart war. Nimm das gelassen und verlier nicht die Geduld.

Heikle Gesprächsthemen

Vermeide es, die Türkei von dir aus anzusprechen. Mit dem Völkermord an den Armeniern solltest du mit großem Respekt umgehen, denn das Thema ist in vielen Familien präsent. Wenn du Fragen hast, hör zu und lass dein Gegenüber erzählen.

Auch zu Bergkarabach, das in Armenien Arzach heißt, äußerst du dich besser zurückhaltend. Viele Armenier stehen der Region emotional nah. Politik nimmst du am besten als Gast wahr und nicht als Schiedsrichter. Wer vor Ort Fragen stellt, erfährt mehr, als wer eine fertige Meinung mitbringt. Wenn dich das Gespräch in eine unangenehme Richtung lenkt, kannst du höflich das Thema wechseln und etwa nach dem Essen, der Familie oder der Landschaft fragen.

Armenien Verhalten beim Fotografieren

Frage Menschen vorher, ob du sie fotografieren darfst, vor allem ältere Personen und Frauen. Ein Lächeln und eine Geste mit der Kamera reichen meist aus, und viele Armenier freuen sich über das Interesse. Wer ablehnt, wird nicht gedrängt.

Auf Militäreinrichtungen, Grenzanlagen und Sperrgebiete richtest du die Kamera nicht. Informiere dich vor der Reise über aktuelle Hinweise, denn in Grenzregionen gelten besondere Regeln. Auch an Gedenkstätten verhältst du dich ruhig, und Selfies bei Zeremonien lässt du bleiben. Das gilt auch für Märkte, wo Händler gern sehen, dass du erst fragst, bevor du ihre Ware oder sie selbst ablichtest.

Taxis und Preise in Armenien

Die meisten Taxis haben keinen Taxameter. Vereinbare den Preis vor der Fahrt in Dram und für das ganze Auto, nicht pro Person. Reisehandbücher nennen als Richtwert etwa 100 Dram pro Kilometer, doch Preise ändern sich, und in Jerewan sind Apps wie Yandex Go oder gg beliebt.

Bei Apps siehst du den Preis vorab und sparst die Diskussion. Bezahle mit kleinen Scheinen, denn Fahrer haben nicht immer Wechselgeld. In Cafés und Restaurants ist ein kleines Trinkgeld üblich, achte aber auf die Rechnung, denn manchmal ist Bedienung schon enthalten. Frag im Hotel nach einem fairen Richtpreis für die Strecke, dann weißt du, womit du rechnen kannst.

Armenien Verhaltensregeln bei Festen und Feiertagen

Im Sommer feiert das Land Vartavar, ein Fest mit heidnischen Wurzeln, das Wasser und Reinheit ehrt. Menschen schütten dann auf der Straße Wasser übereinander, was als reinigend und glücksbringend gilt. Wer an diesem Tag unterwegs ist, wird nass, und wer lacht, hat alles richtig gemacht.

Auch bei Trndez springen frisch Verheiratete über ein offenes Feuer, um Unheil abzuwehren. Neugeborene dürfen in den ersten 40 Tagen oft nur von engen Verwandten besucht werden, teils aus gesundheitlichen Gründen. Wenn du eingeladen wirst, nimm die Hinweise der Familie ernst und halte dich im Zweifel zurück.