Taroko Reise zwischen Hualien, Dekalun und Tianxiang

Auf meiner Taroko Reise an der Ostküste Taiwans habe ich Marmorwände, Hängebrücken und eine Straße erlebt, die nur zu festen Zeiten für Autos freigegeben wird, und hier steht, was davon im Herbst 2026 noch geht.

Der Nationalpark umfasst rund 920 Quadratkilometer und liegt in Hualien County. Gegründet wurde er 1937 unter japanischer Verwaltung, 1986 folgte die Neugründung. Die Schlucht selbst hat der Liwu in den Marmor gefräst, und der Stein entstand vor etwa 230 Millionen Jahren aus Kalkablagerungen. Laut Wikipedia gibt es weltweit nur drei Schluchten, die ein Fluss komplett durch reinen Marmor geschnitten hat.

Ein Erdbeben der Stärke 7 hat 2024 Teile des Parks stark verändert. Felsstürze blockierten die Provinzstraße 8, später kamen Überschwemmungen dazu. Deshalb sind etliche Wege, die in älteren Reiseführern stehen, bis heute gesperrt. Ich habe mich daher an die Angaben der Parkverwaltung und aktuelle Berichte vom Spätsommer 2026 gehalten und plane die Route so, dass sie nicht an einem einzigen Weg hängt.

Als Basis diente mir Hualien, dazu kamen Abstecher in die Schlucht und nach Tianxiang. Wie sich ein Taroko Urlaub heute anfühlt, was geöffnet ist und wo man Zeit verschenkt, beschreibe ich in den nächsten Abschnitten.

Taroko Reisebericht
Der Schrein der Ewigen Quelle mit Wasserfällen in der Taroko Schlucht. Foto: falco, Pixabay Lizenz, via Pixabay

Taroko Reise ab Hualien und der Weg in die Schlucht

Hualien ist der Ausgangspunkt, und die Anreise aus Taipeh braucht Planung, weil nicht jeder Zug gleich schnell ist.

Die meisten Züge von Taipeh nach Hualien brauchen zwei bis drei Stunden. Einer fuhr dagegen fast elf Stunden, weil er einmal um die halbe Insel kurvt. Die Hochgeschwindigkeitsbahn erreicht Hualien nicht, es bleibt die normale Bahn der TRA. Tickets gibt es bis zu zwei Wochen vorher online, und in Ferienzeiten sind die schnellen Verbindungen schnell weg.

Von Hualien in die Schlucht fährt der Bus 310, laut Bericht vom August 2026 etwa zehnmal am Tag, allerdings nur bis zum Besucherzentrum am Eingang. Weiter nach Tianxiang ist der Schluchtenbus derzeit ausgesetzt, die Parkverwaltung rät zu Mietwagen, Taxi oder Charter. Mit dem eigenen Fahrzeug darf man die Straße nur in den freigegebenen Zeitfenstern befahren, zuletzt standen etwa 06:30 bis 08:00 und 12:00 bis 13:00 Uhr auf der Liste. Die Durchfahrt dauert rund 30 Minuten, anhalten an den Wegen ist dabei nicht erlaubt.

Ich schlief in Hualien statt im Park. Dort gibt es mehr zu essen, mehr Betten, und die Zeitfenster der Straße entscheiden nicht über das Abendessen. Angenehm sind das Frühjahr zwischen März und Mai sowie der Herbst ab September. Taifune ziehen zwischen Juni und Oktober durch, Spitze ist Juli bis September, und dann schließt die Parkverwaltung Wege und Straßen ohne lange Vorwarnung.

Dekalun Pfad und das Besucherzentrum

Der kurze Weg hinter dem Besucherzentrum ist heute einer der wenigen, die ohne Sondererlaubnis offen sind, und er reicht für einen ersten Eindruck.

Der Dekalun Pfad beginnt hinter dem Besucherzentrum am östlichen Eingang. Ich ging ihn früh am Morgen, als noch kaum Reisegruppen unterwegs waren, und hatte die Hänge fast für mich. Die Wände wirken von unten steiler, als sie auf Fotos aussehen, und der Marmor hat im Licht einen graublauen Ton, der mit dem Grün der Hänge kontrastiert.

Viele Wege, die früher das Herz jeder Taroko Beschreibung waren, sind zu. Der Shakadang Pfad ist geschlossen und wird laut Berichten Jahre bis zur Wiedereröffnung brauchen, man darf nur bis zur Shakadang Brücke. Die Schwalbengrotte Yanzikou und die Zhuilu Old Road gelten als langfristig gesperrt, beim Zhuilu Weg ist von vielen Jahren, vielleicht nie mehr die Rede. Der Schrein der Ewigen Quelle lässt sich von der Straße aus ansehen und soll bald wieder öffnen. Beim Baiyang Pfad und dem Tunnel der Neun Kurven war der Stand im Spätsommer unsicher. Mein Rat: Auf der Seite der Parkverwaltung nachsehen und frühestens am Vortag glauben, was dort steht.

Zwischen den Wegen lohnt es, im Besucherzentrum zu fragen. Das Personal kennt die Tagesmeldungen zu Felsstürzen. Ich plante für diesen Abschnitt einen halben Tag ein, mehr gaben die offenen Strecken nicht her, ohne dass es zäh wurde.

Tianxiang und die Strecke durch den Marmor

Hinter der Schlucht beginnt das Hochland, und Tianxiang ist das Ziel, bei dem der Aufwand der Anreise am ehesten aufgeht.

Tianxiang liegt weiter oben an der Straße, die als Central Cross Island Highway gebaut wurde. Die Bauzeit lief von Juli 1956 bis Mai 1960, die Länge der gesamten Verbindung beträgt gut 189 Kilometer. In Tianxiang sind laut Stand August 2026 das Besucherzentrum, der Tianxiang Pfad, der Tabiduo Pfad und der Bereich um den Xiangde Tempel zugänglich. Diese Wege sind kürzer und einfacher als die klassischen Schluchtenwege, bei schönem Wetter aber ein gutes Gegengewicht zu den gesperrten Strecken.

Die Anfahrt bleibt der Haken. Wenn der Schluchtenbus nicht fährt, bleibt nur das eigene Auto, ein Taxi oder ein gebuchter Fahrer. Ich würde dafür einen ganzen Tag einplanen und den Fahrer vorab nach den aktuellen Zeitfenstern der Straße fragen, sonst steht man womöglich am falschen Ende einer Sperre. Auf dem Rückweg sind Felsstürze das größte Risiko. Nach Regenfällen rät die Verwaltung dringend von der Fahrt ab.

Weiter hinauf haben in den Hochgebirgsrouten rund um den Hehuan inzwischen einige wieder geöffnete Strecken. Auch dort können Taifun oder Unwetter über Nacht alles ändern. Ein Puffertag im Plan hat mir mehr Ruhe verschafft als jede Wegbeschreibung, und er kostet nur eine Übernachtung mehr in Hualien.

Essen und Trinken in Hualien

Gegessen habe ich fast nur in der Stadt, und der Nachtmarkt ist dabei der beste Startpunkt.

Der Dongdamen Nachtmarkt hat täglich von 17:30 bis 23:30 Uhr geöffnet, die Straße ist dann für Autos gesperrt. Zwischen Imbissständen stehen Spielbuden, es ist laut, eng und gut besucht. Bargeld ist auf Nachtmärkten die sicherere Wahl, die meisten Gerichte kosten laut Reiseberichten zwischen 50 und 200 Neuen Taiwan Dollar.

Zu den Klassikern in der Stadt gehören die Gongzheng Baozi, gedämpfte Teigtaschen mit Schweinefleisch und Frühlingszwiebeln und Knoblauchdip. Ein Korb mit zehn Stück kostet laut einem Reisebericht rund 50 Neue Taiwan Dollar, das ist ein Preis, der in Europa schwer zu glauben ist. Daneben gilt Hualien als Heimat eines frischen Mochi, das ohne Konservierungsstoffe gemacht wird und innerhalb von zwei Tagen gegessen werden soll. Eine Schachtel kostet etwa 225 Neue Taiwan Dollar. Auch gedämpfte Gans taucht in Berichten über die Zhongshan Straße auf, für zwei Personen samt Getränken war dort von 400 bis 500 Neuen Taiwan Dollar die Rede.

Mein praktischer Tipp: Gedrängte, saubere Stände wählen, Wasser aus der Flasche trinken und Leitungswasser nur abgekocht nutzen. Preise ändern sich, die Angaben stammen aus älteren Berichten und dienen als grobe Orientierung.

Interessante Fakten zur Schlucht

Hinter der Kulisse stecken Gestein, Menschen und eine Straße mit Geschichte.

Der Name des Parks geht auf das Volk der Truku zurück, das die taiwanische Regierung 2004 offiziell anerkannte. Die Truku stammen ursprünglich aus dem Gebiet des oberen Zhuoshui, wanderten über den Berg Qilai ins Tal des Liwu und leben bis heute im Landkreis Hualien, auch innerhalb des Parks. Die Fahrt durch die Schlucht führt also durch ein bewohntes Gebiet und keinen leeren Naturraum.

Im Park stehen laut Wikipedia 27 Berge mit mehr als 3.000 Metern Höhe, vor allem in den Gebirgszügen um Qilai und Nanhu. Die Schlucht ist also nur der Eingang zu einem Hochgebirge. Das Gestein, das man vom Straßenrand sieht, ist Marmor aus Meeresablagerungen, die sich in vielen Millionen Jahren aufgefaltet haben, und vom Wasser des Liwu immer weiter angeschnitten werden.

Das Erdbeben von 2024 hat die Karte nochmals verändert. Hänge sind abgebrochen, Wege verschwunden, und der Park spricht von mehrjährigem Wiederaufbau. Deshalb sind alte Reisebeschreibungen heute mit Vorsicht zu lesen. Ich habe die Fakten aus Wikipedia mit den Meldungen der Parkverwaltung abgeglichen und mir notiert, wo die Quellen auseinandergehen.

Trinkgeld und Bezahlen in Taiwan

Trinkgeld spielt in Taiwan kaum eine Rolle, und das erspart eine Menge Rechnerei.

In Restaurants gibt man kein Trinkgeld, auch nicht in gehobenen Häusern. Mittelklasse und teurere Lokale schlagen meist zehn Prozent Service auf, dann ist ein weiteres Trinkgeld überflüssig. Taxifahrer erwarten nichts, ein Trinkgeld ergibt höchstens Sinn, wenn jemand wirklich mit Gepäck oder Auskünften geholfen hat.

In großen internationalen Hotels sind Gepäckträger die Ausnahme, dort sind etwa 100 Neue Taiwan Dollar üblich. Bei Fahrern und Guides ist es anders. Einheimische geben ihren Guides selten etwas, Guides für ausländische Gäste rechnen dagegen meist damit. Für einen sehr guten Privatfahrer oder Guide nennen Reiseautoren fünf bis zehn Prozent.

Wenn du in Taroko einen Fahrer für den Tag buchst, lohnt es sich, den Preis und die Route vorab zu klären und danach nach Gefühl zu entscheiden. Bargeld brauchst du vor allem auf Nachtmärkten und in kleinen Läden. In Hualien hebe ich deshalb vor der Fahrt in die Schlucht genug Geld ab.

Verhaltensregeln in Taroko

Im Park gelten weniger Benimmregeln als Sicherheitsregeln, und sie schützen vor allem dich selbst.

Die wichtigste Regel betrifft das Wetter. Nach starkem Regen fährt man nicht durch die Schlucht, weil Felsstürze weiter ein Risiko bleiben. Gesperrte Wege bleiben gesperrt. Die Parkverwaltung warnt ausdrücklich davor, den Shakadang Pfad von Dali oder Datong aus zu betreten, und auf den teilweise geöffneten Lushui Pfaden kehrt man an den ausgeschilderten Punkten um.

Auf der Straße dürfen Autos nur in den Zeitfenstern fahren und unterwegs nicht an den Wegen halten. Für Drohnen braucht man eine Genehmigung der Parkverwaltung. Ein Reisender bekam sie laut seinem Bericht innerhalb von sieben Tagen als PDF. Die Zhuilu Old Road erfordert zusätzlich eine Polizeierlaubnis, ist aber ohnehin gesperrt. Da im Park Truku leben, behandle ich Dörfer und Wohnhäuser wie Privatgrund und frage vor Fotos von Menschen nach. Ich bleibe auf den Wegen, werfe keinen Müll in den Fluss und nehme meinen Abfall bis zur nächsten Stadt mit. Bei Sperrschildern gilt: Umdrehen, auch wenn der Weg dahinter harmlos aussieht, denn Felsstürze kündigen sich selten an.

Häufige Fragen zur Taroko Reise

Wie viele Tage brauche ich für Taroko?
Für die heute offenen Wege reichen zwei bis drei Tage mit Hualien als Basis. Ein zusätzlicher Puffertag ist sinnvoll, weil Regen oder Felsstürze Wege kurzfristig sperren können.
Ist der Shakadang Pfad offen?
Nach Berichten vom August 2026 ist er geschlossen und braucht viele Jahre bis zur Wiedereröffnung. Man kann bis zur Shakadang Brücke gehen. Den aktuellen Stand zeigt die Parkverwaltung.
Wie komme ich von Hualien in die Schlucht?
Der Bus 310 fährt laut Bericht etwa zehnmal am Tag zum Besucherzentrum. Weiter nach Tianxiang geht es per Mietwagen, Taxi oder Charter, weil der Schluchtenbus derzeit ausgesetzt ist.
Wann ist die beste Reisezeit?
Frühjahr und Herbst sind trockener und milder. Zwischen Juni und Oktober drohen Taifune, vor allem im Juli bis September.
Muss ich Trinkgeld geben?
In Taiwan ist Trinkgeld nicht üblich. Viele Restaurants schlagen bereits zehn Prozent Service auf. Bei Guides und Privatfahrern sind fünf bis zehn Prozent für gute Leistung ein Zeichen der Anerkennung.