Meine Salta Jujuy Reise führte durch den Nordwesten Argentiniens: über Salzflächen auf rund 3.400 Metern, vorbei an Bergen in allen Farben einer Malerpalette und zu Weinbergen, die so hoch liegen wie kaum ein anderes Anbaugebiet.
Die beiden Provinzen Salta und Jujuy bilden die Nordspitze Argentiniens, dort, wo das Land an Bolivien und Chile stößt. Mit Buenos Aires hat die Gegend wenig gemeinsam. Auf den Märkten wird Quechua gesprochen, in den Töpfen köchelt Mais, und über allem stehen die Anden. Wer eine Reise nach Nordwestargentinien plant, begegnet vor allem Wüstentälern, Lehmdörfern und Straßen, die sich über Pässe jenseits der 4.000 Meter winden.
Für den Salta Jujuy Urlaub empfehle ich mindestens neun, besser zehn Tage. Das klingt viel, doch die Wege sind länger, als sie auf der Karte wirken. Für 100 Kilometer rechnest du schnell drei Stunden, sobald Schotter ins Spiel kommt oder ein Pass dazwischenliegt. Mein Plan sah so aus: zwei Nächte in Salta, drei im Norden rund um Tilcara, drei in Cafayate und eine Reserve für Wetter, Pannen und schlechte Tage der Höhenanpassung.
Als Basis dient die Stadt Salta, denn hier landen die Flieger, hier gibt es Mietwagen in großer Auswahl, und von hier aus lässt sich die Runde in beide Richtungen fahren. Ich bin zuerst nach Norden gefahren und über das Weinland zurückgekehrt. So steigt die Höhe nach und nach an, und der Körper bekommt Zeit.
Im Folgenden findest du die Stationen mit allen Zahlen, die ich beim Planen gebraucht hätte: Sehenswürdigkeiten, Route, Reisezeit, Anreise und Kosten. Preise und Fahrzeiten sind Richtwerte, die du vor der Abreise noch einmal gegenprüfen solltest, vor allem weil der argentinische Peso stark schwankt.

Salta: Kolonialstadt auf 1.152 Metern und Ausgangspunkt der Reise
Salta liegt im grünen Valle de Lerma und gilt als schönste Kolonialstadt des Nordwestens, mit Museen, Plätzen und einem Stadtberg, der sich in zehn Minuten per Seilbahn erobern lässt.
Die rund 535.000 Einwohner verteilen sich auf ein Zentrum mit niedrigen Häusern aus der Kolonialzeit, Arkaden und Cafés rund um die Plaza 9 de Julio. Ein Tag reicht für das Wichtigste, ein zweiter bietet sich an, wenn du das Museum für Hochgebirgsarchäologie (MAAM) besuchen möchtest. Es zeigt die Kinderopfer der Inka, die 1999 auf dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco entdeckt wurden. Das Museum wurde 2004 eröffnet. Auch die Debatte darum gehört zur Wahrheit: Indigene Gruppen kritisieren die Ausstellung der Kinder seit Jahren als Verletzung ihrer Rechte.
Über der Stadt erhebt sich der Cerro San Bernardo, zu Fuß über Treppen oder mit der Bergbahn zu erreichen. Von oben siehst du das ganze Tal. Am Abend wechselst du in eine der Peñas, Lokale mit Folkloremusik, in denen zur Gitarre getanzt wird.
Gegessen wird hier herzhaft. Empanadas salteñas sind kleine Teigtaschen mit Rindfleisch, Zwiebeln und Kreuzkümmel und sind das Standardessen der Region. Dazu kommen Locro, ein Eintopf aus Mais, Bohnen und Fleisch, sowie Humita, eine Maispaste im Maisblatt. Als Abschluss passt ein Glas Torrontés, der Weißwein der Region.
Wer Eisenbahn liebt, kennt den Tren a las Nubes. Der „Zug in die Wolken“ klettert über 217 Kilometer in die Anden, und sein Viadukt La Polvorilla steht auf 4.220 Metern. Der Betrieb wurde in den letzten Jahren mehrfach unterbrochen, deshalb solltest du vor der Reise nachfragen, ob und wann er fährt.
Quebrada de Humahuaca: Farbige Berge zwischen Purmamarca und Humahuaca
Die Quebrada de Humahuaca ist ein rund 155 Kilometer langes Hochtal in Jujuy, seit 2003 UNESCO-Welterbe, und zeigt auf kurzer Strecke Felswände in Rot, Ocker, Grün und Violett.
Von Jujuy aus führt die Ruta 9 nach Norden, bis Humahuaca sind es etwa 130 Kilometer. Der spannendste Abschnitt beginnt hinter Tumbaya. Erster Stopp meiner Runde war Purmamarca, ein Lehmdorf rund fünf Kilometer abseits der Hauptstraße. Hinter dem Marktplatz erhebt sich der Cerro de los Siete Colores, der „Berg der sieben Farben“, dessen Streifen morgens am kräftigsten leuchten. Der Rundweg um das Dorf dauert ein bis zwei Stunden.
Weiter nördlich liegt Maimará, wo die Hänge hinter dem Friedhof wie eine Palette aus Pastelltönen aussehen. In Tilcara, der ersten größeren Stadt der Quebrada, empfehle ich eine Nacht. Dort steht eine rekonstruierte Festungsanlage aus vorspanischer Zeit, das Pucará, und abends spielt Musik in den Gassen. Humahuaca selbst hat rund 11.000 Einwohner, einen Markt und gilt als Zentrum des bekanntesten Karnevals der Region.
Zwei Ausflüge gehören zwingend dazu. Der erste führt auf den Hornocal, einen Bergkamm mit gestreiften Hängen auf mehr als 4.300 Metern. Die Schotterpiste dorthin braucht für die letzten Kilometer ein Auto mit Bodenfreiheit, oder du buchst eine Tour. Der zweite geht zu den Salinas Grandes. Dafür fährst du über die Cuesta de Lipán, einen Pass auf etwa 4.170 Metern, hinunter auf die weiße Fläche. Geführte Touren zu den Salzfeldern liegen ungefähr bei zehn US-Dollar, allerdings steigen die Preise von Jahr zu Jahr. Mit dem Wagen planst du von Tilcara aus rund zweieinhalb Stunden pro Richtung ein.
Cafayate und die Quebrada de las Conchas: Wein auf 1.683 Metern
Südlich von Salta wird die Landschaft trockener und weiter: Die Ruta 68 führt in 183 Kilometern durch rote Schluchten bis nach Cafayate, dem Zentrum des Torrontés-Weins.
Kurz hinter Salta beginnt eine Strecke, die auch ungeübte Fahrer anlockt. Die Quebrada de las Conchas, auch Quebrada de Cafayate genannt, begleitet dich über viele Kilometer entlang des Río de las Conchas. Wind und Wasser haben aus dem roten Sandstein Bögen, Türme und Amphitheater geschnitten. Halte an den ausgeschilderten Punkten wie der Garganta del Diablo und dem Anfiteatro, am besten am Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und die Felsen glühen.
Cafayate liegt auf 1.683 Metern und hat etwa 12.000 Einwohner. Das Klima ist trocken, im Jahr fallen weniger als 250 Millimeter Regen, und genau das macht die Gegend für Wein so geeignet. Torrontés ist die Leitrebe, ein duftiger, trockener Weißwein, der in der Höhe frische Säure behält. Viele Bodegas bieten Verkostungen an, häufig kostenlos oder gegen kleines Geld, und einige Weingüter liegen nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt. Mit dem Fahrrad kommst du zu den nächsten.
Von Cafayate führt die Ruta 40 auf rund 165 Kilometern nach Cachi. Die Piste ist größtenteils unbefestigt und bei Regen nicht ratsam. Wer sie fährt, sollte genug Zeit, Reservereifen und einen Wagen mit Allrad einplanen.
Die Route in zehn Tagen: So habe ich Salta und Jujuy geplant
Zehn Tage reichen für die große Schleife von Salta in die Quebrada, weiter zu den Salinas Grandes und zurück durch das Weinland, ohne dass du nur im Auto sitzt.
Der Ablauf, mit dem ich am besten zurechtkam, folgt einem einfachen Prinzip: erst hoch hinaus, dann runter in den Wein. Wer die Reihenfolge umdreht, startet mit den Höhenlagen in einem Tal, in dem sich der Kreislauf nicht an die dünne Luft gewöhnen konnte.
- Tag 1 und 2: Salta mit Altstadt, Museum, Cerro San Bernardo und Peña am Abend.
- Tag 3: Fahrt über Jujuy nach Purmamarca, Rundweg um den Cerro de los Siete Colores, Übernachtung in Tilcara.
- Tag 4: Hornocal im Morgenlicht, danach Humahuaca und Rückfahrt nach Tilcara.
- Tag 5: Salinas Grandes über die Cuesta de Lipán, Rückkehr nach Purmamarca oder Salta.
- Tag 6 und 7: Quebrada de las Conchas und Cafayate mit Bodega-Besuchen.
- Tag 8 bis 10: Puffer, wahlweise für Cachi oder zusätzliche Wandertage.
Höhe, Straßen und Mietwagen
In Jujuy und Salta wird die Luft dünn, die Straße schlecht und das Netz lückenhaft. Wer vorbereitet reist, behält die Nerven.
Die Höhenkrankheit kann schon ab 3.000 Metern Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bringen. Trinke viel, iss leicht, schlafe in den ersten Nächten möglichst nicht höher als 2.500 Meter und probiere den Coca-Tee, der überall ausgeschenkt wird. Als Mietwagen genügt für die Hauptstrecken ein normaler Pkw. Beim Hornocal, auf der Ruta 40 und anderen Pisten empfiehlt sich ein Allrad, und mit Schotter kommen Reifenpannen häufig vor, sodass du Reserverad und Wagenheber vor dem Start prüfen solltest.
Tanke jedes Mal, wenn die Nadel unter die Hälfte fällt, denn zwischen den Orten liegen oft hundert Kilometer ohne Zapfsäule. Vom Abra del Acay, einem hohen und sehr schwierigen Pass zwischen Salta und Cachi, rät ein Reisender aus dem Jahr 2024 ausdrücklich ab. Eine Reiseversicherung mit Krankenrücktransport gehört ebenfalls ins Gepäck, denn Kliniken gibt es in den Bergdörfern kaum, und der nächste Rettungshubschrauber sitzt womöglich in Salta.
Beste Reisezeit für die Salta Jujuy Reise
Die beste Reisezeit liegt zwischen April und Mai sowie im September und Oktober, wenn es trocken, mild und deutlich leerer ist als in den argentinischen Sommerferien.
Im Sommer von Dezember bis März regnet es in den Bergen oft nachmittags, und die Pisten werden schlammig, einige sogar unpassierbar. Dazu kommt der Andrang: Im Januar und Februar sind Hotels teuer und die Aussichtspunkte voll. Der Mai gilt als ideal, weil das Wetter stabil bleibt und die Straßen frei sind.
Der Winter von Juni bis August bringt klare Luft und blauen Himmel, aber in der Höhe auch Frost in den Nächten. Tagsüber lässt sich die Sonne gut aushalten, in den Dörfern der Quebrada heizen die wenigsten Unterkünfte ordentlich. Für Weinfreunde ist der Zeitraum rund um die Lese im März spannend, für Fotografen dagegen eher der trockene Herbst. Wer den Karneval in Humahuaca erleben möchte, reist im Februar oder März, rechnet aber mit hohen Preisen und früh ausgebuchten Zimmern.
Anreise, Unterkunft und Kosten für den Urlaub in Salta und Jujuy
Salta hat einen eigenen Flughafen, die Provinzhauptstädte sind gut per Bus verbunden, und ein Mietwagen ist für die Quebradas die bequemste Lösung.
Der Flughafen Martín Miguel de Güemes liegt nur sieben Kilometer südwestlich der Stadt, Busse fahren aus ganz Argentinien sowie aus Chile und Bolivien nach Salta. Auch Jujuy besitzt einen Flughafen. Preisvergleiche zeigen Mietwagen ab etwa 46 Euro pro Tag, bei Vollkasko, Allrad und Hochsaison steigt der Preis deutlich. Von Salta nach Tilcara dauert die Fahrt mit Pausen fünf bis sechs Stunden.
Übernachtet wird in kleinen Hotels, Hosterías und Gästehäusern. In Tilcara und Purmamarca lohnen sich frühe Buchungen, während es in Salta und Cafayate meist reicht, ein bis zwei Wochen vorher zu reservieren. Bargeld in Pesos brauchst du in kleinen Orten fast immer, weil Kartenzahlung dort nicht überall klappt und Geldautomaten Limits haben. Der Wechselkurs schwankt stark, sodass sich Preisangaben schnell überholen. Ein Mittagsmenü in einem einfachen Lokal bleibt trotzdem meist erschwinglich, und Weinproben in Cafayate kosten oft wenig oder nichts.