Sikkim Reise zwischen Klöstern, Nebeltälern und dem Kangchendzönga

Sikkim Reisebericht

Meine Sikkim Reise führte mich in den äußersten Nordosten Indiens, zu Klöstern an steilen Hängen, durch nebelverhangene Täler und in den Schatten des Kangchendzönga, des dritthöchsten Bergs der Erde.

Sikkim ist klein. Mit 7.096 Quadratkilometern und rund 650.000 Einwohnern gehört es zu den kleinsten Bundesstaaten Indiens, und doch passen hier subtropische Wälder, Teeterrassen und Gletscher auf wenige Fahrstunden. Bis 1975 war das Land ein eigenständiges Königreich, und das spürt man bis heute in der Mischung aus nepalesischer, tibetischer und indischer Kultur. Im Norden grenzt es an Tibet, im Westen an Nepal, im Osten an Bhutan.

Für meinen Sikkim Urlaub hatte ich zwei Wochen eingeplant. Das war knapp bemessen, aber ausreichend für Gangtok, den Westen mit Pelling und Yuksom und einen Abstecher auf den Trek Richtung Dzongri. Wer sich in die Hochlagen im Norden wagen will, braucht zusätzlich Genehmigungen, und die kosten Zeit und Planung. Dazu später mehr.

Angekommen bin ich in Bagdogra, dem Flughafen bei Siliguri in Westbengalen. Von dort sind es etwa 120 Kilometer bis Gangtok, die Straße windet sich durch Teeplantagen, später durch Wald und immer wieder an Abgründen vorbei. Eine Alternative ist der kleine Flughafen Pakyong, rund 30 Kilometer südlich von Gangtok, der seit 2018 in Betrieb ist. Wer mit dem Zug kommt, steigt in New Jalpaiguri aus und fährt von dort weiter.

Ich habe bewusst Puffer eingebaut, denn in Sikkim fallen Wege und Zeitpläne regelmäßig aus. Erdrutsche, Nebel und kurzfristige Straßensperren gehören zum Alltag. Wer morgens um sieben losfährt, kommt eher an als jemand, der bis zehn Uhr trödelt.

Sikkim Reisebericht
Der Kangchendzönga in Sikkim. Foto: FullofTravel, CC BY 2.0, via Flickr

Gangtok, Rumtek und die Klöster im Osten

Gangtok ist die Hauptstadt und der beste Ausgangspunkt für Klöster, Märkte und Ausflüge in den Osten Sikkims.

Die Stadt klammert sich an einen Bergrücken auf rund 1.650 Metern. Steil, laut, voller Taxis, aber mit einer Fußgängerzone, der MG Marg, auf der abends Familien flanieren. Morgens habe ich dort Tee getrunken, bevor die Läden öffneten. Von Gangtok aus erreichst du in etwa einer Stunde das Kloster Rumtek, das 1961 erbaut wurde. Es liegt außerhalb der Stadt an einem Hang, die Gebetshalle ist farbig bemalt, und Mönche in dunkelroten Gewändern sitzen mittags im Hof.

Etwas weiter westlich liegt Pemayangtse, ein Kloster aus dem 17. Jahrhundert. Es ist täglich von 7 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt lag zuletzt bei 20 Rupien. Gleich danach folgt Tashiding, das als heiligstes Kloster Sikkims gilt und 1717 gegründet wurde. Es sitzt auf einem Hügel, und oben wehen Gebetsfahnen in allen Farben.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Plane mindestens einen halben Tag pro Kloster ein. Es geht nicht ums Abhaken, sondern ums Sitzen, Zuhören und Warten, bis die Gongs verklungen sind. Und frag, bevor du fotografierst, denn in manchen Hallen ist das Fotografieren verboten.

Der Westen mit Pelling, Yuksom und dem Dzongri Trek

Im Westen Sikkims liegen die ruhigeren Orte, von denen aus du bei klarem Wetter den Kangchendzönga mit 8.586 Metern vor dir hast.

Pelling ist ein Ort ohne viel Charme, aber mit großartigem Blick. An klaren Morgen stehen die Gipfel wie aufgemalt am Horizont. Ich habe dort zwei Nächte verbracht und bin früh aufgestanden, weil bis neun Uhr die Wolken meist zuziehen. Wer Glück hat, sieht das Massiv ohne einen Schleier, wer Pech hat, sieht Nebel. Daran ändert auch der beste Reiseplan nichts.

Weiter nach Yuksom, dem Ausgangspunkt für den Dzongri Trek. Der Ort liegt auf etwa 1.770 Metern und war einst die erste Hauptstadt des Königreichs. Der Trek ins Hochgebirge dauert fünf bis sechs Tage, ich bin nur die ersten beiden Tage gegangen und umgekehrt, weil das Wetter schlechter wurde. Wer die gesamte Route plant, braucht eine Genehmigung und muss in einer Gruppe über eine registrierte Agentur reisen. Die Kosten für Hochgebirgstreks liegen laut Reisehandbüchern bei etwa 40 bis 150 US Dollar pro Person und Tag.

Im Westen liegen außerdem der Khecheopalri See auf rund 2.000 Metern, den Einheimische als Wunschsee kennen, und mehrere kleine Wasserfälle. Plan ausreichend Zeit für die Fahrten ein, denn die Straßen sind kurvig, und die Strecken sind länger, als der Kilometerzähler vermuten lässt.

Permits und Einreise für die Sikkim Reise

Ausländer brauchen für Sikkim eine Genehmigung, die man in der Regel über eine Agentur oder an der Grenze erhält, für Nordsikkim sogar eine zusätzliche.

Neben dem indischen Visum ist für Sikkim ein Protected Area Permit nötig, das oft als Inner Line Permit bezeichnet wird. Es gilt für zwei Wochen ab Einreise und lässt sich um zwei weitere Wochen verlängern. Ausstellen lassen kannst du es unter anderem in Delhi, in Kolkata oder an der Grenze bei Rangpo, und viele Hotels und Reiseagenturen in Gangtok übernehmen den Papierkram. Die Regeln ändern sich häufig, deshalb solltest du dich vor der Buchung bei deiner Agentur nach dem aktuellen Stand erkundigen.

  • Protected Area Permit (Inner Line Permit): für die Einreise nach Sikkim, zwei Wochen gültig und verlängerbar.
  • Restricted Area Permit: für Grenzregionen, Hochgebirgstreks und Teile Nordsikkims, nur in Gruppen mit mindestens zwei Personen und einem Agenturvertreter.
  • Special Trekking Permit: für bestimmte Treks wie Dzongri oder Goecha La, nur über zugelassene Trekkingagenturen.
  • Kopien: mehrere Fotokopien des Passes und des Permits sowie Passfotos für Kontrollen mitnehmen.

Ohne die richtigen Papiere wirst du an Kontrollpunkten zurückgeschickt, und Fahrer sowie Hotels können Ärger bekommen. Die Permits gelten nur für die eingetragenen Daten und Routen und sind nicht übertragbar. Für Gebiete in Grenznähe gelten außerdem Einschränkungen beim Fotografieren, vor allem rund um Militäranlagen.

Beste Reisezeit und Klima in Sikkim

Die beste Reisezeit für Sikkim liegt im Frühjahr zwischen März und Mai und im Herbst, wenn der Monsun vorbei ist und die Berge frei stehen.

Sikkim hat die höchsten Niederschläge im Himalaya. Die Regenzeit dauert von Mai bis Oktober, mit dem stärksten Niederschlag im Juli. In Gangtok zählt man im Jahr etwa 184 Regentage, und zwischen Mai und September ist Nebel nichts Besonderes. Ich war im Frühjahr unterwegs, und selbst da gab es an manchen Tagen Dauernebel mit Sichtweiten unter fünfzig Metern.

Für Wanderungen sind Frühjahr und Winter am besten geeignet. Im Winter von Dezember bis Februar sind die Tage klar, die Nächte aber bitterkalt, und in den Hochlagen liegt Schnee. Der Frühling bringt zusätzlich die Rhododendronblüte, besonders im Yumthang Tal in Nordsikkim, das auf rund 3.600 Metern liegt. Im Sommer ist die Gegend grün und voller Wasserfälle, aber auch von Erdrutschen bedroht, die Straßen tagelang sperren können.

Packe auf jeden Fall wasserdichte Kleidung ein, auch wenn der Wetterbericht freundlich aussieht. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke Jacke, weil sich die Temperaturen mit der Höhe schnell ändern.

Essen und Trinken in Sikkim mit Tomba und Dal Bhat

Die Küche Sikkims ist schlicht und herzhaft, Reis und Linsen stehen fast immer auf dem Tisch, dazu kommen Gemüse, Gewürze und ein ungewöhnliches Hirsegetränk.

Reis und Dhal bilden das Rückgrat der Mahlzeiten. In Gästehäusern bekommst du sie meist mit Gemüse, Pickles und einem Stück Fleisch oder Käse. In den Bergdörfern aß ich fast jeden Abend das Gleiche und trotzdem nie genug davon bekommen, weil jede Familie etwas anders würzt. Gyakho, ein Eintopf mit Fleisch, wird nur zu besonderen Anlässen aufgetischt, und regionale Spezialitäten wie Ningro, ein Farngemüse, tauchen vor allem auf Märkten auf.

Das Nationalgetränk heißt Tomba. Es besteht aus fermentierter Hirse, die in einem Holzgefäß mit heißem Wasser aufgegossen und durch einen Bambushalm getrunken wird. Es schmeckt leicht säuerlich, ein bisschen wie Bier, und wärmt nach einem langen Tag. Alkohol wird in Sikkim nur in lizenzierten Bars und Restaurants ausgeschenkt, und Bars schließen in der Regel spätestens um 23 Uhr.

Auf Märkten in Gangtok findest du Obst, Gewürze und getrocknete Pilze. Wasser trinkst du am besten aus der Flasche oder gefiltert, und rohes Gemüse ist in einfachen Lokalen heikel. Mein Magen hat die Reise ohne Probleme überstanden, aber ich habe konsequent auf Frisches und Gekochtes geachtet.

Verhaltensregeln in Sikkim

Sikkim ist buddhistisch und hinduistisch geprägt, und wer Klöster, Gebetsmühlen und Menschen respektvoll behandelt, wird freundlich aufgenommen.

In Klöstern ziehe ich die Schuhe vor dem Eingang aus, trage bedeckte Schultern und Knie und bewege mich leise. Gebetsmühlen und Stupas umrunde ich im Uhrzeigersinn, das ist die übliche Richtung. Fotografiert wird nur, wenn es erlaubt ist, und Mönche frage ich vorher um Erlaubnis. Berührungen am Kopf gelten als unhöflich, auch bei Kindern.

Im Alltag gilt: Mit einem freundlichen Namaste oder einem Kopfnicken kommst du weit. Zeige keine Füße in Richtung von Personen oder Altären, und gib Dinge mit der rechten Hand. Müll trage ich in den Bergen bis zum nächsten Ort mit, weil die Entsorgung schwierig ist. Alkohol gibt es nur in lizenzierten Lokalen, und in Grenznähe solltest du Kameras und Drohnen mit Vorsicht benutzen. Hole dir im Zweifel vorher die Erlaubnis. Bei Einladungen in Häuser gehört es dazu, Tee oder Essen anzunehmen, auch wenn nur ein kleiner Bissen übrig bleibt. Ich habe immer etwas Kleines mitgebracht, meist Obst oder Süßigkeiten, und dafür herzliche Gespräche über Familie, Berge und Wetter bekommen. Paare sollten Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit unterlassen, denn das wirkt hier schnell aufdringlich.